Monate: Juli 2009

Versnobbte Pasta

Vor kurzem habe ich bei dem Internet-Feinkosthändler Gourmondo eine kleinere Bestellung aufgegeben. Da durften natürlich auch Pasta-Zutaten nicht fehlen. Als erste “Amtshandlung” nach der Bestellung gab es dann eine ganz simple Pasta – die Zutaten und deren Qualität sollten in den Vordergrund treten. Grundlage der einfachen Pastasoße waren San Marzano Tomaten, die am Fuße des Vesuv angebaut werden. In einem Topf zwei fein gehackte Schalotten und eine fein gehackte Knochblauchzehe sanft anschwitzen, die San Marzano Tomaten dazu geben und die Soße kurz aufkochen lassen. Salzen, Pfeffern und mit einem frisch gezupften Bund Basilikum abschmecken. Dazu gab es Spaghetti Aglio/Peperoncini, die eine leichte Schärfe mitbringen. Zusammen mit etwas bestem Olivenöl wäre das Gericht nun schon fertig und sehr schmackhaft. Als Fleischliebhaber gab es bei uns noch mit frischem Basilikum, Rosmarin und Zitronenabrieb marinierte Hähnchenbrust vom Grill, etwas Rucola und frisch gehobeltem Parmesankäse dazu. Muss man aber alles nicht machen. Die Qualität der Tomaten schmeckt man am besten im direkten Vergleich verschiedener Dosentomaten. Während man bei Discounter-Dosen oder auch manchen Möchtegern-Qualitäts-Tomaten-für-einen-happigen-Preis deutlich die Säure überwiegt, schmecken die …

Di Napoli

Diese Pizzeria in der Düsseldorfer Altstadt zu beschreiben ist nicht leicht. In einer kleinen Gasse am Anfang der Altstadt, zwischen den bekannten Pizzaläden, die auch Nachts noch auf Papptellern Papppizzen servieren, liegt die Pizzeria Di Napoli. Das Ladenlokal ist schmal und etwas dunkel, auf dem Tresen nach vorne blinkt eine typisch amerikanische Neonreklame und belehrt einem, dass Lokal sei “open”. Der erste Eindruck sagt einem eigentlich: “Hier musst Du nicht hin”. Aber das Gegenteil ist der Fall. Auf einer kleinen Tafel heißt es dann verheißungsvoll: Erste echte neapolitanische Pizzeria in Düsseldorf mit einem traditionellen Holzofen. Und es stimmt. Die Auswahl der Pizzen ist vorzüglich, keine 08/15-Kombinationen sondern wahrhaftige Kompositionen. Ob mit Carpaccio, verschiedenen traditionellen Wurstsorten, gegrillten Auberginen oder, oder, oder. Es wird auch Pasta angeboten, aber wer hier Pasta bestellt ist selbst schuld. Bei vorgeheiztem Ofen braucht die Pizza keine Minute, versichert mir der Pizzabäcker. Und tatsächlich, in Rekordzeit steht der Teller vor einem. Dazu gibt es scheinbar selbstgemachtes Chili-Olivenöl, was zumindest zu meiner Carpaccio-Pizza (12,50 €, eine der teuersten) hervorragend passt und eine leichte …

Lettinis – Italienische Feinkost

In unmittelbarer Nähe meiner Arbeitsstätte liegt das Lettinis. Genauer: Auf der Jahnstr. 36 in Düsseldorf, Friedrichstadt. Etwas unscheinbar in einem Hinterhof, aber der Weg dahin lohnt sich. Das Personal ist überaus freundlich und prompt hat man schon eine Tasse Espresso in der Hand. Nun kommt man entweder ans Plauschen über diverse Köstlichkeiten und läßt sich beraten oder schaut sich auf eigene Faust um. Weine, Öle, Gewürze, Sugos, Dosentomaten bester Qualität, Pestos, Spirituosen und vieles mehr. Die Auswahl ist reichhaltig, trotzig überschaubar, dafür aber hochwertig. Da ich ja immer noch inmitten meines Frosta-Experimentes stecke, interessierte mich auch das hausgemachte Sugo im Einmachglas. Ich entschied mich für das “Sugo con Prosciutto Crudo”, was ca. 3,50 € kostete. Die Menge reicht für eine große Portion Pasta für einen Erwachsenen. Das Problem: Es ist tatsächlich richtig lecker und man will sofort mehr. Auch das selbstgemachte “Confettura di Fragole con Prosecco” – Erdbeerkonfitüre mit Prosecco – ist unglaublich fruchtig und lecker. Zutaten: Erdbeeren, Gelierzucker, Prosecco. Sonst nichts. Weil ich zu Fuß unterwegs war, habe ich nur noch eine Flasche Limoncello …

Insalata Caprese

Der Insalata Caprese ist wohl eigentlich der simpelste Salat, den man sich vorstellen kann: Tomate mit Mozarella. Das hört sich unspannend an – findet man das selbst beim Vorspeisenbuffet eines Brasilianers im Düsseldorfer Medienhafen. Aber diese Art, den Salat anzurichten hat mich umgehauen und stammt aus dem Buch “Genial Italienisch!” von Jamie Oliver. Wichtig: Man braucht gute Tomaten. 250 – 300 Gramm. Und nicht nur eine Sorte, sondern verschiedene. Gelbe und rote, kleine und große, matschige und feste. Nur lecker müssen sie sein. Der erste Trick liegt dann bereits beim Tomatenschneiden: Nicht einfach vierteln oder achteln: Mal in dünne Scheiben, mal Würfel, mal Viertel oder eine halbe Cherrytomate. Auch Kirschtomaten schneide ich mal in kleine Scheiben. Am Ende muss es eine bunte Mischung ergeben, denn das macht den feinen Geschmack aus – mal saftiger, mal weicher, mal größer, mal kleiner. Von einem Bund Frühlingszwiebeln schneidet man das weiße in feine Ringe und vermischt es mit den Tomaten in einer Schüssel. Leicht salzen und etwas weißen Balsamico dazugeben. Eine große Handvoll frischen Basilikum zermösert man mit …

Sauce Hollandaise und Spargel aus der Folie

Ja, die Spargelzeit ist schon wieder vorbei für dieses Jahr und das bedauere ich sehr. In den letzten Jahren bin ich doch tatsächlich zu einer Art Spargelfan geworden, obwohl ich die weißen Stangen eigentlich nie sonderlich mochte. Das Rezept habe ich auch denn schon vor einiger Zeit gemacht, schreibe es aber erst jetzt auf – sorry dafür. Die Sauce Hollandaise Diesmal wollte ich auch die Hollondaise selbst machen. Irgendwann habe ich das mal im TV gesehen und die Leute sind fast vor Begeisterung ausgeflippt. Im Restaurant versuche ich seitdem rauszuschmecken, ob eine Hollandaise selbst gemacht ist oder nicht – und scheitere zumeist, da ich ja selbst nichtmal eine Hollandaise gemacht hatte. Wir brauchen also: 250g Butter 3 Eigelb 3 EL Wasser 1 EL Zitronensaft Salz weißen Pfeffer etwas Cayennepfeffer Das Rezept habe ich mir aus verschiedenen zusammengesucht – nie war ich ganz zufrieden. Denn was für mich zwangsweise zu einer Sauce Hollandaise gehört ist das Klären der Butter: Man erhitzt die Butter behutsam und schöpft dann den Schaum ab, bis die Butter klar ist. In …