// äääh, wielange musste das jetzt nochmal in den backofen?!

Backen

Selbstgemachte Pizza – Die schnelle Variante

Wenn’s mal wieder schnell gehen soll und man selbst den minimalen Aufwand scheut, ist ja meist der Griff zum Hörer (oder Online-Formular) nicht weit: Das Pizza-Taxi muss her. Aber meinen Unmut über die Qualität der Bringdienste in Düsseldorf habe ich ja – trotz okayer Ausnahmen – schon zum Ausdruck gebracht. Was bleibt? Richtig, selber machen. Aber eben schnell und trotzdem gut.

Pizza

Dazu greife ich auf Fertigteig zurück. Jaja, meckert nur mal alle. Mir egal. Wenn vorhanden nehme ich immer die Teig-Variante die nicht in einem Paket zusammen mit Käse und Sauce steckt. Falls doch: Ich bin so dekadent und schmeiße den anderen Schrott gnadenlos weg. Ekelhaftes Zeug. Der Teig wird ausgerollt, mit Mehl eingerieben und nochmal richtig ausgerollt. Das ergibt bei mir nachher immer genau die Größe eines normalen Blechs.

Danach: Sauce! Wenn ihr lecker selbstgemachte vom Vortag da habt: Wunderbar. Wenn nicht: Ich finde die Sugos von Cucina Antica auch ganz okay dafür. Auch nicht da? Na gut, dann wenigstens leckere Dosentomaten auf die Schnelle salzen, pfeffern, mit etwas frischem Basilikum (ok, ok – zur Not TK-Basilikum) und gutem Olivenöl aufmotzen. Es soll ja schnell gehen und so viel Sauce brauchen wir auch wieder nicht – deshalb dünn über den Teig verteilen.

Kommen wir nun zu etwas Grundsätzlichem: Dem Käse auf der Pizza. Einige zeitgenössische Pizzabäcker schaufeln ja gerne Unmengen des geriebenem Guts über die belegte Pizza. Damit sich auch schön nachher überall so leckere Fettpfützen bilden und der ganze Teig nur so trieft. Mhmmm…. Nicht. Diesen Weg kann ich nicht mit Euch bestreiten. Deshalb: Eine Mozzarella-Kugel zerpflücken und auf den unbelegten (nur die Soße ist drauf) verteilen. Ganz zum Schluss, also nach dem wir fertig mit dem Belag sind, hobel ich noch etwas frischen (Parmesan ist ja gar nicht frisch, sondern im besten Fall mehrere Monate getrocknet) Parmesan über die Pizza. Der wird da lecker knusprig – aber nehmt auch hier nicht so viel.

Beim Belag können wir uns mal wieder aussuchen was Sache sein soll. Lecker Gemüse und so. Paprika, Champignons. Ihr kennt das Spiel. Aber man kann auch mal Feigen und etwas Gorgonzola nehmen – nicht immer nur das Selbe. Guter Parmaschinken macht sich auch immer gut – der kommt aber (genau wie z.B. Rucola) erst nachdem Backen auf die Pizza. Sonst macht ihr nur den ganzen Geschmack kaputt.

Pizza

Dann kommt der Moment: Das Werk muss in den Herd. Der ist natürlich vorgeheitzt auf vollem Anschlag. Mein Ofen hat extra eine Pizza-Funktion. Heisst: Umluft und Unterhitze. Wer das nicht hat, nimmt nur Unterhitze oder eben normale Unter und Oberhitze. Die Pizza liegt dabei nicht auf einem Blech, sondern auf einem Gitter und kommt ganz nach unten in den Backofen. Je nach Power ist das Ding auch schon in 5 bis 7 Minuten gut. Der Teig wird an den Rändern schön braun, der Teig wirft erste Blasen – genau der richtige Zeitpunkt.

Zum Abschluss noch etwas getrockneten Oregano, etwas Pfeffer aus der Mühle und eventuell einige frische Zutaten (Rucola, Parmaschinken, o.Ä.) darauf und mit ein paar Spritzern bestem Olivenöl abrunden. Besser als alle mir bekannten Mafiatorten von den im Einzugsgebiet liegenden Lieferdiensten.

Diskussion

8 Kommentare für “Selbstgemachte Pizza – Die schnelle Variante”

  1. Ok, Pizza selbst gemacht ist meine Passion. Ganz nett deine Beschreibung aber die 5 Minuten Zeit sollte man sich schon nehmen, um den Teig selsbt zu machen. Etwas Mehl, Olivenöl, Wasser, Trockenhefe (wenns schnell gehen muss, sonst Hefewürfel), Salz und eine Prise Zucker, das wars!
    Wenn es schnell gehen soll, lass ich den Teig auch nicht gehen, sondern Roll ihn sofort aus (ist etwas mühsamer), belege ihn und ab in den Ofen! Es wird nicht perfekt, aber 100 mal besser als Fertigteig und die Kosten sind so gering, da man alles im Haus hat.
    Meine Pizzasoße mache ich mit Dosentomaten und getrockneten Tomaten in Oliveöl eingelegt, die haben ordentlich Aroma, es fehlt nur noch Pfeffer/Salz, Knoblauch (wer mag, mag ich aber auch gern später drauf, in Öl eingelegt) – Fertig.
    Zum Thema Käse kann ich dir nur zustimmen! Die Kombination Mozzarella und Parmesan ist bestens. Wer einen Euro übrig hat, sollt auch etwas besseren Mozzarella nehmen. Aber wichtig, den Mozzarella gut ausdrücken (mit nem Zewa oder so), damit nicht zu viel Molke mit auf die Pizza kommt!
    Morgen probiere ich eine Dinkelmehl-Pizza für Leute, die kein Weizenmehl zu sich nehmen dürfen!

    Von Roitsch | 23. Oktober 2009 um 16:03 Uhr.
  2. Ahoi, da hast du völlig recht soweit. Finde aber, dass der pizzateig unbedingt ruhen und etwas aufgehen muss. Sylvester vor 3 Jahren oder so habe ich mal 20-30 teigböden (nach Rezept von Jamie) gemacht. Die beste Pizza die ich je hatte.
    Meistens ist Pizza bei mir aber echt das 0-bock-was-zu-machen-essen, deshalb mach ich seltener Teig.
    Überlege trotzdem, mir mal so einen pizzastein aus Ton für den Ofen zu holen. Hast du damit Erfahrungen?

    Von Ben | 23. Oktober 2009 um 22:12 Uhr.
  3. Ach ja, eins vergaß ich: Knoblauch in Öl ist verdammt eklich :x das fett bewirkt diesen komisch-starken und muffigen Geschmack, von dem man auch noch Tage aufstößt. Lieber Knoblauch grob hacken, etwas salzen und mit dem Messer zu einem Püree zerdrücken und der Soße zugeben – niemals pressen.

    Hier auf den Kanaren tun se übrigens gerne knofi verwenden. Ich Stink bestimmt auf Meter im Vorraussetzung, wenn ich wieder in Deutschland bin :D

    Von Ben | 23. Oktober 2009 um 22:18 Uhr.
  4. Ohja, da stimme ich dir zu, Knoblauch pressen ist ekelig. Ich glaube ich besitze nicht mal eine Presse.
    Was ich mache, ist Knoblauch mit scharfen Peperonis hacken, und mit Kräutern, Pfeffer, Salz in ganz wenig Öl zu einer Art Mus zu bringen, um es dann nach dem Backen auf die Pizza zu tröpfeln!
    Erfahrungen mit so einem Pzzastein habe ich nicht, besitze aber auch nur einen stinknormalen Elektroherd, der nicht mal seperat über Unterhitze verfügt. Weiß nicht, ob das da überhaupt Sinn macht! Aber wenn Du dir einen zulegst, hoffe ich auf einen Bericht hier!
    Jamie Olivers Pizzateig-Rezept ist super gut, besonders so etwas Grundlgendes hat er echt gut drauf!
    Viel Spaß noch auf den Kanaren und genieß das Essen! :-)

    Von Roitsch | 26. Oktober 2009 um 15:47 Uhr.
  5. Muss Euch in Teilen zustimmen. Ich mag die Fertigteig Sachen auch nicht wirklich gerne, weil ich ein Fan von richtig dünnem Teig bin. Dazu muss der Teig auch auf jeden Fall vorher Zeit zum Gehen haben. Danach den Teig mit Olivenöl auf dem Blech ausrollen und mit den Fingern wirklich Millimeter-dünn verteilen, dann wirds am besten!

    Von Can | 27. Oktober 2009 um 16:35 Uhr.
  6. @Can: Echt? Du verwendest nur Öl unter der Pizza auf einem Blech? Bleibt es nicht haften? Ich benutze immer Backpapier. Wenn auch nur zur Not aber es macht ja keinen geschmacklichen Unterschied!

    Von roitsch | 2. November 2009 um 18:50 Uhr.
  7. [...] ich meinen Unmut über die Düsseldorfer Pizza-Taxen und gleichzeitig meine Fertig-Teig-Version kund tat, habe ich ja ordentlich Dresche in den Kommentaren bezogen. Gar nicht zu unrecht, wie ich [...]

    Von Topf & Löffel | Alfredo – Der rote Pizzaofen | 6. Januar 2010 um 22:44 Uhr.

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