Getestet
Kommentare 19

Alfredo – Der rote Pizzaofen

Nachdem ich meinen Unmut über die Düsseldorfer Pizza-Taxen und gleichzeitig meine Fertig-Teig-Version kund tat, habe ich ja ordentlich Dresche in den Kommentaren bezogen. Gar nicht zu unrecht, wie ich mittlerweile festgestellt habe.

Auf der angekündigten Suche nach einem Stein für den Backofen bin ich relativ schnell auf diverse Foren gestoßen, in denen die gleiche Frage schon gestellt worden ist. Die Meinung war in den meisten Fällen, dass sich ein Stein für einen Backofen (wie ihn auch scheinbar einige Hersteller wie AEG selbst produzieren) nicht lohnt: Ein normaler Backofen wird erstens nicht heiß genug und braucht zweitens viel zu lange zum Vorheizen – pure Zeit und Stromverschwendung. Desöfteren wurden Pizzöfen empfohlen, oft der rote „Alfredo“. Ich war skeptisch. Nach einem Abend in der dazugehörigen Chefkoch.de-Gruppe (und vielen positiven Berichten) entschloss ich mich, den roten Ofen eine Chance zu geben.

Die große Skepsis…

Die Entscheidung fiel einige Wochen vor meinem Geburtstag (der ist Anfang Dezember) und ich entschied mich schweren Herzens zu der Option: „Wünschen statt selbst kaufen“.  Der kleine Haken: Auch mein gesamtes Umfeld war dem Ofen so kritisch gegenüber eingestellt, dass der Alfredo erst an Weihnachten (als absolutes Not-Geschenk!) den Weg in meine Küche fand. „Das ist doch absoluter Schrott“, „der größte Müll“ und sogar „fast so eine Schnapsidee wie dein Hot-Dog-Maker“ (der in der Tat absoluter Schrott war) waren die harmlosesten Begründungen. Doch nun war er da. Der Alfredo.

2009-12-27_Alfredo_0024

„Er“ ist dabei der Alfredo 9016 (normaler Link zu Amazon) und damit die alte Version des Alfredo. Es gibt auch eine neuere Version, die zwar über ein Sichtfenster verfügt, aber schwächer heizt und deren Heizspiralen tiefer hängen. Die Alfredo-Community schwört deshalb auf die alte Version. Die wird in der Standardausführung mit einem Schamott-Stein, einer Pfanne und zwei Holzspachteln geliefert, hat drei Hitzestufen und leistet maximal ca. 470 Grad.

…und die große Überraschung

Der Moment der Wahrheit war nun endlich gekommen: Der Teig war geknetet, eine Tomatensoße gekocht, Zutaten eingekauft, zwei weitere Testpersonen (und Skeptiker!) vor Ort und der Alfredo vorgeheizt. Von den mitgelieferten Holzbrettchen fand die erste Pizza ihren Weg in den ca. 470 Grad heißen Ofen und nach knappen 4 Minuten war es soweit: Fertig. Der Teig war mir etwas zu dick geraten, aber die Probier-Pizza schmeckte wirklich gut. Also nochmal das Ganze, diesmal aber mit dünnerem Teig. Bam! Der Teig hatte Blasen geworfen, war richtig dick und der Alfredo auch endlich heiß genug. Diese Pizza war tatsächlich ein absoluter Knaller. Um kurz nach 23 Uhr und insgesamt wohl 12 (!) weiteren (aber kleinen) Pizzen hatte der Alfredo die Probe bestanden.

2009-12-27_Alfredo_0031

Zwei Wochen später

Seit knappen zwei Wochen steht der Alfredo in unserer Küche. Drei längere „Pizza-Partys“ (inklusive dem Test) haben wir hinter uns, zwei der größten Skeptiker haben danach den Alfredo ebenfalls bestellt. Kann es eine bessere Anerkennung geben? Der Schamott-Stein des Ofens sieht zwar nicht mehr wirklich schön aus, aber die schwarzen kleineren Verfärbungen waren mir im Vorfeld bekannt – aber wen sollte es stören, solange es so verdammt gut schmeckt?

Die Investition (bzw. das Geschenk) hat sich absolut bezahlt gemacht und ich kann das Gerät nur wärmstens weiterempfehlen. Die mitgelieferte Pfanne (für Pfannenpizza oder z.B. Gambas) haben wir noch nicht ausprobiert, das folgt aber. Die größte Herausforderung besteht jetzt eher darin, attraktive Pizza-Variationen zu finden. Aus diesem Grund habe ich hier eine entsprechende Kategorie „Pizza“ und auch „Aus dem Alfredo“ angelegt, in der ich über den Workflow mit dem Alfredo, über Pizza-Variationen und auch alternative Gerichte aus dem Alfredo schreiben werde. Eventuell mitbloggende Skeptiker sind auf diesem Wege herzlich eingeladen, eine „Topf & Löffel“-Pizzaparty zu feiern und sich bekehren zu lassen ;)

Kategorie: Getestet

von

Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

19 Kommentare

  1. Wow, das klingt überzeugend. 4 Minuten!?!? Und wie lange muss er vorheizen? Ich habe ja auch Ende Januar Geburtstag, vielleicht ist es eine Idee!? 470° und Ofenstein, cool. Wenn ich das nächste Mal in Düsseldorf bin, komme ich auf jeden Fall zur Pizzaparty!

    • Jau, 4 Minuten für eine Pizza. Für eine kleinere, dünne sogar nur knapp 3. Für eine Calzone (habe ich auch schon gemacht, absolut geil-o-mat) vielleicht knappe 5. Aber nicht länger.

  2. Ich habe gerade bei Amazon gelesen, dass es ein Problem mit der Hitzeverteilung geben soll, kannst du das revidieren?

    Zitat: „Hauptmangel ist eine ungleiche Hitzeverteilung. Während die Pizza am Rand schon schwarz wird ist die Mitte noch nicht fertig. Dieses Problem ist vorprogrammiert, da oben und unten nur ein ringförmiges Heizelement vorhanden ist. Ein zweiter kleinerer Ring würde sicher Abhilfe schaffen und wäre bei dem Preis sicher möglich gewesen.“

    • Jein. Mein Alfredo hat eine Stelle (vorne links) da wird es etwas heißer. Bei großen Pizzen kann (nicht muss) es an dieser Stelle schwarz werden, auch wenn man die Pizza zu lange drin lässt (was man am Anfang gerne tut). Lösung: Einfach nach zwei Minuten die Pizza etwas drehen. Aber in der „Mitte nicht fertig“ ist bei mir noch keine Pizza geworden.
      Insgesamt hatten vielleicht 4 von 30 Pizzen eine kleine schwarze Ecke – aber nur weil sie zu lange drin waren.

    • Achso, noch eins: Der Alfredo hat ja 3 Stufen. Auf 1 heizt man vor und sobald die Pizza rein kommt, stelle ich auf 3 (also volle Lotte).
      Noch habe ich nicht mit den Stufen experimentiert, könnte mir aber z.B. mal Stufe 2 statt 3 und dafür 30 Sekunden längere Backzeit vorstellen, für eine saftigere Pizza. Es gibt noch viel zu Entdecken ;)

  3. Klingt überzeugend. Mir ist das Teil auch schon öfter empfohlen worden – und ist ja doch billiger als ein Gastronomie-Pizzaofen…

    Ich lese mal weiter mit. ;-)

  4. Stefanie Pollmüller sagt

    Hallo aus Olfen

    vielleicht kann mir hier jemand helfen ??? Und zwar suche ich dringenstens einen Alfredo . Wo bekomme ich den her ???? Über eine Antwort von euch würde ich mich freuen.

    Liebe Grüße Steffi

    • Ja, ich dachte auch: Was soll das Ding? Das bringt bestimmt nix und ist wieder nur eins von den üblichen Küchen-Gadgets, die versauern. Aber das Teil bollert ordentlich – kenne jetzt mehrere Haushalte, die sich nach der Verköstigung hier auch damit ausgestattet haben.

  5. Irgendwas geht mit euer Kommentar funktion nicht klar. Es schien als wäre mein Kommentar nicht gepostet. Dann hab ich noch mal. Und nun ist er 2mal drinne… nach deiner Antwort *weissnich*

    • Mhmm, war auf jeden Fall direkt da. Vielleicht lags am Cache, die HTML-Ausgabe hat einen minimalen Cache (600 Sekunden), damit alles was schneller ist und YSLOW/PageSpeed zufrieden sind :)

  6. Einen guten Ofen kann man nicht so einfach nachbasteln. Punkt. Das ist übrigens der Grund, warum es in der ganzen Welt Italiener mit echten Steinöfen gibt. Geht dorthin, wenn ihr eine perfekte Pizza wollt. Ich versuche doch auch nicht, meinen Zwieback selbst zu brutzeln.

    • „Punkt wie „Basta“.
      Kochen, backen etc. hat genau so wenig etwas mit „Emotionen“, „Gefühl“, „Liebe“ etc. zu tun wie alle anderen Tätigkeiten.

      Das ist reine Physik/Chemie.
      Siehe auch Hervé This:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Herv%C3%A9_This

      Ein Steinofen hat eine bestimmte Temperatur im Inneren. Der Luft, und des Steinboden.
      Wenn man die in einem Elektroofen erreicht, gibt es im Ergebnis keinen Unterschied.
      Ein Pizza-Lieferdient der in seinem kleinen Raum einen gemauerten Ofen stehen hat, der ein Viertel der Fläche des Raumes vor/hinter der Theke einnimmt, macht das evtl. eher aus optischen emotionalen Gründen.
      Eine „Show“ für den Kunden.

      Allerdings kann man natürlich die Kosten für Holz mit dem Strom für die Pizzen vergleichen.
      Dazu der wohl noch nötige jährliche Schonsteinfeger bei Holzofen. Die Kosten für den Ofen bzw. das Mauern und Material dazu. Einen Elektrischen kann man gebraucht kaufen und selbst abholen bzw. schicken lassen. der einmal gemauerte Ofen dürfte „immobil“ sein.

      Ein (oder zwei, oder Doppelter…) elektrischer Profi-Pizza-Ofen könnte also billiger sein. Auch hier kann man noch die Kosten Strom gegen Gas vergleichen.
      Hat man einen Gasanschluss, super. Aber auch Flaschengas bei 11Kg, kostet pro kWh nur die Hälfte von Strom.

      Daher spart man auch ohne Gasanschluss daheim bei Nutzung von 11Kg-Flasche die Hälfte der Energiekosten.
      Eher sogar noch mehr, wenn man bedenkt dass der Gasherd sofort die Hitze liefert, und der E-Herd bis auf den Induktionsherd erst vorheizen muss.
      Und bei gewünschten Temperaturveränderungen dauert es auch länger beim einfachen E-Herd.

      In der Industrie gibt es auch „Steinöfen“, z.B. für die Fertigpizzen, aber die werden nicht mit Holz befeuert.

      Hat jemand mit dem alten oder getunten neuen Alfreo ein Thermometer?
      Infrarot z.B..
      Ich wüsste gerne, welche Temperatur der bei der idealen Einstellung gleich nach dem Öffnen hat.

      Ein alter anderer Ofen hat gleich nach dem Öffnen auf oberster Stufe „3“ gut 450°C auf der Platte, und lässt man ihn dann offen stehend laufen, bleibt es bei ca. 250°C auf der Platte. Abweichungen um ca. 10°C von außen nach Innen.
      Da würde ich gerne mit „DEM“ Pizzaofen vergleichen.

  7. Michel sagt

    Der alte Alfredo (DLD 9016) ist top. Ich habe ihn nun schon ein paar Jahre und nutze ihn regelmäßig. Die Pizzen brauchen den Vergleich mit den „Italienern“ nicht zu scheuen. Im Gegenteil, meine Bekannten schwören auf meine Pizzen. Kleiner Tip um den Stein wieder weiß zu bekommen:
    Ofen mit Stein (ohne Pizza ;-) ) ca: 1,5 Stunden bei voller Power auf den Balkon oder im Freien laufen lassen. Das Ganze schwarze Fett verbrennt und er ist wieder fast neu.

  8. Nur zur Info, ja, es gab ein Problem mit der Hitzeentwicklung, bzw. mit den EU-Richtlinien, dies sollte aber beim „neuen“ Alfredo nicht mehr passieren.

    Ich habe mit der Firma Bestron telefoniert und die haben mir das so erklärt, der neue ist demnach etwas gedrosselt, aber die Ergebnisse lassen sich immer noch sehen und schmecken :-)

    VG Mike

  9. Pingback: Selbstgemachte Pizza – Die schnelle Variante › Topf und Löffel

  10. Julia sagt

    Interessant. Von solchen Öfen hatte ich vorher tatsächlich noch nie gehört… Als noch günstigere Alternative kann man sich übrigens auch einfach einen Grillstein wie diesen hier kaufen. Damit bekommt man auch gut diesen typischen Biss hin.

  11. Für alle die gerne Pizza essen und nicht so wirklich bock auf Tiefkühltruhe haben, für die ist ein solcher Pizzaofen erste klasse. Benutze auch nichts anderes mehr und man kann sich nach etwas Eingewöhnungszeit auch den Weg zum Italiener sparen =)

    Lg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.