Autor: Can

Waffeln – ganz einfach Waffeln

Waffeln – sind ja für viele eine Glaubensfrage. Belgisch? Eckig? Rund? Hart? Weich? Mit heißen Kirschen? Ich bin da, ehrlich gesagt, etwas eigen. Die Waffeln müssen weich, aber nicht zu weich sein, sie müssen etwas nach Vanille und ein klein bisschen nach Zitrone schmecken. Sie dürfen nicht zu schwer im Magen liegen, man darf aber auch nicht das Gefühl haben, noch etliche essen zu können. Das wird dann schnell gefährlich. Drauf kommt Puderzucker und dazu gibt es höchstens Vanille-Eis oder Sahne. Wenn es sein muss, toleriere ich Kirschen. Das war’s dann aber auch. Belgische Waffeln sind, ehrlich gesagt, viel zu süß, um sie genießen zu können. Außerdem zwingen mich meine Kindheitserinnerungen zu der klassischen Waffelform mit den typischen Rundungen und Herzen. Wenn Ihr diese Voraussetzungen so unterschreiben könnt, oder einfach mal ein neues Waffelrezept ausprobieren wollt, dann habe ich etwas für Euch. Viel Spaß beim Nachbacken. Noch ein kleiner Hinweis. Wenn Ihr es mögt, dass die Waffeln etwas fluffiger sind: Nehmt anstatt Milch etwas Mineralwasser. Bloß kein Backpulver oder ähnliches. Das gehört nicht in Waffelteig. …

Bistro Erminig – Die Bretagne in der Altstadt

Essen in der Altstadt? Na ja. Fettige Pizza, wenn man ein wenig etwas über den Durst getrunken hat, oder wenn man den Lockrufen der Bolker-Restaurants als Tourist in die Falle geht. Das geht aber tatsächlich auch anders. Zwischen Carlsplatz und Ratinger gibt es immer mal wieder kleine Schätze zu entdecken. Ein solches Schätzchen ist das Bistro Erminig. Ja, zugegeben. So richtig Fancy ist es hier nicht, aber das will das Erminig überhaupt nicht. Es will einfach nur gute französische Bistro-Kultur bieten. Und das tut es. Die Karte ist nicht überladen, das Personal ist schnell und freundlich, man sitzt ordentlich und das wichtigste: Es schmeckt! Wer schonmal an der französischen Atlantik-Küste war, wird sich sicherlich in die bretonische Küche verliebt haben. Sie ist bodenständig, würzig und lecker. Und es gibt eine Sache, über die hier viel zu wenig gesprochen wird: Galettes! Das sind herzhafte Crêpes aus Buchweizen. Hauchdünner Teig, belegt mit verschiedensten Leckereien. Vom Spiegelei über Salat bis zu kandierten Zwiebeln oder Ziegenkäse. Lecker, lecker, lecker. Das füllt nicht bis zum Umfallen und wenn man es …

Topf & Praktikum – #1 Numa, Bielefeld

„Mann Mann Mann! Da gehört der Ziegenkäse drauf. Änder das!“ war der einzige Satz, der am letzten Wochenende in einer Bielefelder Küche ein bisschen schroffer wurde. Im Grunde erwartet man anderes und heftigeres, wenn man Stories aus den Küchen der Welt hört. Das gepflegte Anmotzen höher gestellter Köche gehört doch eigentlich zum Alltag eines Kochs. Hinzu kommen unmenschliche Arbeitszeiten und ein beschissener Lohn. Wir von Topf&Löffel wollten es genauer wissen. Wir nehmen die Herausforderung an und machen Praktika in Profi-Küchen.  Den Anfang machte ich, Kombüsen-Lehrling Can, also am ersten Adventswochenende im „Numa“ in Bielefeld. Gegessen habe ich hier ja schon und das Praktikum war schon seit längerem geplant. Daher wusste ich, zumindest kulinarisch, was auf mich zukam. Und so viel kann ich sagen: Lecker war es! Aber auch ne gute Dosis Arbeit. Samstag morgen, es ist kühl und früh. Aus Gütersloh mache ich mich auf den Weg in die Stadt, die es nicht gibt. Kochjacke, Hose und rutschfeste Schuhe sind neben Kamera und Laptop alles, was ich bei mir habe. Um 9:30 Uhr hole ich …

Hipness zwischen Brötchen: Freddy Schilling – Die Burgermanufaktur

Geht man durch die Kölner Südstadt, ergeht es einem manchmal wie in Berlin-Mitte. Die Leute wollen Hip sein, kleiden sich so und wollen anscheinend auch so essen. Nur 150 m vom Südbahnhof entfernt befindet sich in der Kyffhäuser Str. ein immer proppevoller Laden, nicht größer als ein mittelgroßer Kiosk mit offener Küche: Freddy Schilling – Die Burgermanufaktur. Schaut der versierte Hipster vor dem Besuch auf die Homepage entdeckt er eine kleine Geschichte über den angeblich ersten Hausmann der Republik, der von Amerika träumt und seine Kinder irgendwann mit Burgern überrascht. Er verfeinert seine Burger und erfreut so seine Liebsten. Ehrlich, einfach, hausgemacht – das soll die Botschaft dieser kleinen Story sein. In dieser Tradition sieht sich auch die Burgermanufaktur. Und wenn man in den Laden kommt, wird auch alles getan, damit man sich wie in einer großen Familie fühlt. Die Ansprache an der Bar ist direkt und bewusst freundlich, man duzt sich. Für mich kein Problem, ich mach das ja auch so. Für einige ist das eventuell etwas befremdlich, aber anscheinend nicht für die Kölner …

Triple Chocolate Cookies

Weihnachten ist vorbei, die Pfunde purzeln wieder, und man tut alles um die Strandfigur (wieder) zu erlangen! Dem wollen wir hier einen Riegel vorschieben! Wer eine süße und schokoladige Versuchung sucht, ist hier absolut richtig! Denn hier gibt es die volle Ladung Schoki in Form von leckeren Cookies. Und das Ganze ist alles andere als kompliziert, dafür aber köstlich. Also zunächst schnappen wir uns 100 Gramm weiße (Ich habe Bioschokolade mit Vanille benutzt) und 100 Gramm 80%ige Zartbitterschokolade und hacken das Ganze auf nem Brett klein. Die können wir jetzt erstmal links liegen lassen, und befassen uns mit dem Teig. Nicht erschrecken, es wird oft das Wort Butter und Zucker in den folgenden Zeilen beschrieben, aber die Angst um die bösen Kalorien soll uns nicht davon abhalten diese Zutaten ordentlich zu verwenden. Also 250 Gramm Butter in nen Topf gepackt und schmelzen, 160 Gramm Rohrzucker, ein, zwei Prisen Salz und den Inhalt einer Vanilleschote vermengen, den Rest der Vanilleschote noch ein wenig in der heissen Butter köcheln lassen. Jetzt ist es wichtig, die Butter kälter werden zu lassen …

Scheisse, was gewinne ich heute?

Die Netz-Überraschung in Sachen Kochen, www.scheissewaskocheichheute.de hat im Herbst eine kleine Rezeptesammlung auf den Deutschen Buchmarkt geschmissen. 55 aus den verschiedensten Food-Blogs gesammelte Rezepte bieten dem gewillten Hobbykoch in schlichtem Design die Möglichkeit, schnell mal ein kleines Mahl für sich und seine/ihre Gäste zu zaubern. Vor Allem, wenn man nicht weiß, was man zaubern will. Für die Auswahl des richtigen Rezepts gibt es bei diesem etwas anderen Kochbuch, ähnlich wie auf der Homepage, einen ausgeklügelten Zufalls-Algorythmus. Zwei Würfel helfen dabei, immer die richtige Auswahl zu treffen. Wer das Buch zu Weihnachten verschenken, oder sich selbst einfach neue Ideen gönnen will, kann das Ding natürlich kaufen. Wer lieber in der Küche steht oder am Rechner sitzt, wer das Geld lieber für eine Flasche guten Olivenöls ausgeben will, der kann exklusiv auf „Topf & Löffel“ ein Exemplar gewinnen. Wie Ihr natürlich alle mitbekommen habt, ist „Topf & Löffel“ mit der versnobten Pasta verteten, weswegen wir ein paar Exemplare zugeschickt bekommen haben. Unserem Ego schulden wir, dass wir jeweils ein Büchlein in unser Kochbuchregal stellen, aber eine Rezeptesammlung ist …

Lecker Numa in Bielefeld

Samstag Abend habe ich mir mal in aller Ruhe das Numa in Bielefeld angeguckt und angetestet. Es liegt sehr laufkundschaftsgünstig mitten in der Bielefelder Altstadt. Und allein der großzügige Gastraum macht Spaß. Ein großer Kamin, viele Sofas und kleinere Tische laden auf jeden Fall schonmal zum verweilen ein. Zum großen Raum gehören noch eine gut sortierte Bar und eine offene Küche. Im hinteren Bereich befindet sich tagsüber ein Teppichlager, welches aber am Wochenende und für Abendveranstaltungen zu einem weiteren Gastraum umfunktioniert wird. Dat wirkt wirklich gemütlich, stylisch und groß mit den Wandteppichen. Aber beurteile niemals ein Buch nach dem Cover….also hinsetzen und bestellen. Die Küche im Numa ist im guten Sinne international, mit asiatischem Touch. Aber es gibt auch viel Mediterranes. Alle Nudeln sind übrigens hausgemacht! Wir sind zu zweit und bekommen erstmal einen gemischten Vorspeisenteller: Rote Beete mit einem selbsthergestellten Weichkäse, Tintenfisch-Carpaccio mit Salzkartoffeln, Brot mit Leberpastete, einer kleinen Suppe und dazu gab’s noch einen kleinen Thai-Salat. Die Qualität von Fleisch und Fisch waren sehr gut, außerdem war alles ordentlich gewürzt, ohne aufdringlich zu sein. Ähnlich war es beim …

Cooler Thanksgiving Truthahn

Heute ist es soweit. Thanksgiving! Kein Fest, das man ins alte Europa importieren müsste, aber kulinarisch nicht zwingend uninteressant. Und was gehört auf jeden Fall zu einem gelungenen herbstlichen oder weihnachtlichen Festmahl dazu? Richtig, ein ordentlich zubereiteter Vogel. Knusprig, würzig aus dem Ofen. Einige Menschen, vor Allem der Fleischer meines Vertrauens, dass zu viele Menschen solch einen Vogel gerne mal versemmeln, und das Fleisch anschließend so trocken wie das derzeitige Rheinbett sei! Das galt es also unbedingt zu vermeiden. Also habe ich mich für eine schonende und Geschmack und Saftigkeit erhaltende Gar-Methode entschieden. Der Truthahn sollte also bei niedriger Temperatur lange garen. Das war gar nicht so einfach, schließlich hatte ich bei Thönes in Wachtendonk einen wunderschönen 8,5 Kg Truhtahn in bester Bio-Qualität bekommen. Aber fangen wir erstmal mit der Basisarbeit an. Der Truthahn sollte Zimmertemperatur haben, wenn man ihn in den Ofen schiebt. Also habe ich ihn ca. eine Stunde vor Zubereitung aus dem Kühlschrank genommen (In diesem Fall mein Balkon, der aber über Nacht absolut kühl genug war). Vorbereiten sollte man vor Allem die …

Canolitos Herbstgratin

Ende November beginnt in den USA immer die Saison der großen Völlereien. Man sagt, Thanksgiving bereite den Magen für das große Fressen zu Weihnachten. Neben dem Truthahn gehören auch Süßkartoffeln und Cranberries zum Standard Repertoir! Klassisch gibt es einen Süßkartoffelauflauf oder Süßkartoffelbrei. Ich habe das Ganze ein wenig varriiert und hier ist mein Süßkartoffelgratin: Zuerst werden ungefähr 5-6 Süßkartoffeln geschält und in ca. 2-4 mm dicke Scheiben geschnitten. Das ist bei Süßkartoffeln gar nicht so einfach. Die Dinger sind ziemlich hartnäckig. Wenn das erledigt ist, einfach 200 ml Sahne, 500 ml Joghurt, 150 ml Milch, zwei gezupfte Zweige Thymian, eine ordentliche Handvoll Petersilie (gehackt natürlich), ein paar Prisen Salz und Pfeffer und ein wenig Abrieb von der Muskatnuss verquirlen. So, die Süßkartoffel-Schnibbel kommen jetzt in eine gefettete Form, wenn man Zeit hat, kann man die Kartoffeln ordentlich hintereinander anordnen, muss aber nicht sein. So kompliziert ist es nicht, denn jetzt wird einfach Käse über das Ganze gerieben, bis die Süßkartoffeln bedeckt sind, dann kommt das Sahne-Joghurt-Gemisch drüber. Danach einfach das Gratin in den auf 220° …

Pegasos in Bilk

Also, hier sei vorab gesagt, dass ich kein Gourmet-Essen gesucht habe, sondern gutes, handfestes griechisches Essen. Und das kann ich ohne zu übertreiben sagen: Das kriegt man im Pegasos geliefert. Erst war ich geschockt. Der Grieche, der sich im eigenen Internetauftritt als erster Grieche Düsseldorfs bezeichnet, muss mehr als 100 Plätze bedienen, und wirklich leer war es auch nicht. Aber bereits die Fischtheke mache einen guten Eindruck. Frischer Mittelmeerfisch, den man direkt aussuchen kann. Sobald man am Tisch sitzt, gibt es frisches Brot und die typisch Griechische Freundlichkeit. So wird gegen die eigenen Betriebsinteressen empfohlen, zu fünft doch lieber einen Vorspeisenteller für zwei zu bestellen, ansonsten ginge keine Hauptspeise mehr rein. Der Vorspeisenteller ist nichts exotisches, sondern gutes, gegrilltes Gemüse und einige Dips. Viel Knoblauch, ein bisschen Auswahl und lecker. Das Ganze für 16 Euro, Preis ist also in Ordnung Auf der Karte finden sich viele griechische Klassiker und gewohnt viel gegrilltes. Die Fischauswahl ist groß und sieht auch gut aus. An unserem Tisch hieß es dann auch zweimal Mousaka (11,50 €), ein Mal gegrillter Schweinerücken (11,40 …