Restaurants in Düsseldorf
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Der Burger vom Laufsteg: What’s Beef

Was wäre Düsseldorf, die Stadt der Reichen und Schönen, in der die Nubsies und Jetsetter im Pelz über die Kö flanieren ohne den passenden Gossip?  Und was What’s Beef uns da schönes geliefert hat!

Gute Burger – Schlechte Burger: Die neue Seifenoper aus Düsseldorf

Fast wäre alles ganz normal gewesen: Man feiert eine große Eröffnungsparty, alle sind begeistert und das Geschäft kann starten. Nicht aber so bei What’s Beef, das aus Gründen, die man selber auch nicht wirklich offen auf der Facebook-Seite kommunuziert hat, kurz nach der Eröffnung wieder schließen musste. Es fehlte halt etwas, Konzession, tralala – diverse Gerüchte machten die Runde. Und währenddessen dachte sich jemand anders: Geil, mach ich doch einen Burgerladen auf! Das Ding heißt dann statt „What’s Beef“ einfach „Beefy Burger“, die Corporate-Color wird ebenfalls ein schönes Rot und ein rundes Logo mit schräg gestellter Schrift gefiel mir schon immer gut – fertig war das Gegenkonzept mit ein paar offensichtlichen Überschneidungen. Nur die eigene Domain vergaß man wohl sich zu registrieren, also reservierten Fluchs die Jungs & Mädels von What’s Beef die Domain beefy-burger.de, worauf die Gegenseite in den sozialen Netzwerken fragte: #whatsclosed oder #whatsbauamt. Gute Burger, Schlechte Burger – mitten in Düsseldorf. Ich liebe sowas <3

What’s eingerichtet?

Leider ist das erstmal vorerst vorbei, What’s Beef hat wieder geöffnet und das grandiose Ladenlokal kann wieder Gäste empfangen. Zum Glück, denn der Laden ist fast ein Kunstwerk an sich. Rote Kacheln, Holztheke, passende Prints. Traumhaft, aber noch lange nicht alles. Hier war ein wirklicher Marketing-Profi am Werk, der Laden ist bis auf’s Letzte durchgeplant: Der Staff trägt passende Caps und Schürzen mit eigenem Logo (und zwar nicht irgendwelchen 08/15-Shit, sondern Stylo-Geilo), es gibt passende Aufkleber, ein Gästebuch und – Achtung Hipster, Sabber abwischen! – draußen laufen auf einem riesigen Screen die mit #whtsbf getaggten Bilder von Instagram durch (und natürlich ist What’s Beef auch selbst auf Instagram aktiv).

Hier wurde wirklich kein Pups dem Zufall überlassen, alles ist bis aufs Kleinste durchgeplant und durchgestyled. Mützen, Schürzen, Tablettunterlagen, selbst die Erfrischungstücher. Nochmal: Erfrischungstücher. Hallo? Und ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich das wirklich unglaublich geilon finden soll oder ob ich das unglaublich geilon, aber doch ein wenig zuviel des Guten finden soll. Passende Antwort bitte in die Kommentare.

What’s lecker?

Natürlich sind auch das Essen und die Getränke wahre optische Kunstwerke. Die hausgemachte Limo kommt nicht einfach im Glas, nein im Schraubverschlusshumpen mit (rot!-gestreiftem) Pappstrohhalm und Apfelstückchen. Hier wird sogar die Limo inszeniert. Man kann sagen: So gut sah bislang noch kein Essen aus – von der Fritte bis zum Milchshake.

Jetzt die alles entscheidende Gretchenfrage: Schmeckt’s denn auch? Zuerst das Wichtigste, der Burger. Und da müssen wir leider sagen: Sieben Testesser, sechs ziemlich große Enttäuschungen. Die Dinger sind wirklich, wirklich trocken. Standardmäßig wird hier nicht Medium, sondern Medium-to-well-done gegrillt. In der Theorie! In der Praxis war das jedesmal ein medium-to-fast-verbrannt. Aber auch sonst: Auf dem Burger ist nix wirklich saftiges. Soße ist nur spärlich drauf (ihr seht es am Bild recht gut), die rohe Salatgurke natürlich auch weniger saftig als das eingelegte Pendant, undsoweiterundsofort.

Das Veggie-Burger eine Geschichte für sich sind, weiß niemand besser als ich (seit dem #Angrillen). Und auch das What’s Beef hat noch nicht eine wirklich saftige fleischlose Alternative gefunden, da hilft nur ein ordentlicher Schluck von der Hauslimo.

Zu den Beilagen: Natürlich gibt es die mittlerweile obligatorischen Süßkartoffelfritten. Sehen großartig aus – genauso wie die selbstgemachten Fritten, die mit Abstand die besten waren, die wir bislang bekommen haben. Beide sind aber leider etwas labbrig und nicht wirklich kross aussen. Da geht wirklich noch was. Ein Alleinstellunkgsmerkmal sind dann aber die Onion Rings im Bierteig. Der Teig ist auch wirklich ordentlich, aber insgesamt hat man hier sehr viel Rind und ganz ganz wenig Onion. Zudem ist das Zeug wirklich superduper fettig. Eine Schale reicht dann auch für sechs Personen, mehr als zwei von den Dingern kann man wirklich nicht essen.

Das Beste am Essen: Die Gemüsepfanne – pardon, die Roasted Veggies –  war wirklich gut, genau wie die hausgemachten Soßen. Als Special hatten wir hier die Wasabi-Mayo, die deutlich positiv herausstach. Die Onion Jam war ebenfalls lecker, aber  etwas zu fest. Zu Pommes eher nicht zu gebrauchen, wahrscheinlich für auf den Burger drauf.

Nochmal zurück zu denen: Die Auswahl ist recht überschaubar, man hat im Grunde die Wahl zwischen drei Grundvarianten: Burger, Veggie, Wagyu. Den Rest stellt man sich dann über eine Liste von möglichen AddOns selbst zusammen (siehe Foto mit Karte). Geile Idee eigentlich, dieser ausgefeilte Minimalismus, der aber eine große Variation zulässt gefällt mir. Jetzt müsste das nur noch die Küche umsetzen, denn von zei Burgern mit Zusätzen fehlten die erstmal bei beiden… Aber da halten wir es genauso wie beim Stier Royal: Man ist noch nicht lange am Start, wir lassen Fünfe geradesein und das Reklamationsmanagement geht reibungslos und routiniert vonstatten.

Ein Wort noch zum Service: Der ist hier natürlich auch – man wird es ggf. auf den Fotos erkannt haben – Selfservice. Statt wie gebrüllte Namen á la Starbucks gibt’s hier eher Nummern wie vom Amt – aber in einer digitalen Version.

What’s Fazit?

Tja. Was soll man da sagen. What’s Beef ist bei uns eigentlich als großer Geheimfavorit ins Rennen gegangen. Und wenn man den Laden sieht, und das Essen vor sich hat, haben sich die Erwartungen fast ins Unendliche hochgeschraubt. So durchgeplant das Marketingkonzept ist, letztendlich fehlt es noch an der letzten Konsequenz auf dem Teller. Das Essen muss nicht nur gut aussehen, es muss auch gut schmecken. Und hier sieht zwar fantastisch aus (und nicht nur gut), aber schmeckt eben eher so hulalala, okay. Wobei man nochmal deutlich sagen muss: Der Burger macht sogar die schlechteste Figur am Gaumen. Fairerweise sage ich: Wir haben von ganz anderen Reaktionen aus unserem direkten Umfeld gehört – wir waren aber nun mal leider an diesem einen Abend zu siebt dort und waren uns sieben mal einig: Schade, aber wir haben mehr erwartet.

Kategorie: Restaurants in Düsseldorf

von

Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

3 Kommentare

  1. Jungs, danke für den netten Beitrag. Tut uns leid das eure Burger zu durch waren. Wie bei unseren Steaks könnt ihr eure Garstufe bei den Burgern auch frei wählen. Die Burger auf euren Fotos sehen irgendwie gar nicht danach aus… und einen Fall von 6 mal durch bis Schuhsole hatten wir bisher noch nicht. Wie gesagt sorry for that & bitte next time auch hier Bescheid sagen und wir reagieren sofort mit money back oder replacement. Auf bald hoffentlich! ;)

    • Moin moin, danke für deine Antwort, sowas freut uns immer. Wie beschrieben, lag es nicht nur am Fleisch, sondern die Gesamtkomposition war’s beim Test. Sind aber bestimmt demnächst wieder am Start und aktualisieren dann den Beitrag gegebenenfalls :)

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