Restaurants in Düsseldorf
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Ein Burger für die Queen: Stier Royal

Was macht man, wenn man mit der Bronx Bar bereits einen hippen Hotspot in Düsseldorf betreibt? Richtig, macht eröffnet das nächste Restaurant. Stier Royal, Untertitel „Fleischfreunde Friedrichstadt“, hat seit ca. einer Woche die Pforten geöffnet und lockt mit leckeren Burger-Variationen.

Frisch eröffnet – trotzdem schon rappelvoll

Im Vorfeld wirbt man sowohl auf Facebook, als auch auf der provisorischen Speisekarte für Verständnis: Noch ist alles neu, man muss sich einspielen, tritratrulalala. Deshalb gibt es nur eine provisorische Speisekarte, von der zahlreiche Burger-Variationen grinsen. Später sollen Hot Dogs, Steaks, Sandwiches und mehr folgen.

Die Erwartungen scheinen im Vorfeld erstmal groß zu sein: Noch bevor der erste Burger seinen Weg in den Schlund eines hungrigen Kunden gefunden hat, sammelt man auf Facebook für die eigene Fanpage weit über 1.000 „gefällt mir“-Angaben. Für ein noch nicht eröffnetes Restaurant ist das schon mal eine Hausnummer, das schaffen andere selbst nach Jahren erfolgreicher Etablierung am Markt nicht. Der gute Ruf der Bronx Bar macht sich schon im Vorfeld bezahlt. Und so sieht’s dann auch vor Ort aus: Trotz Tausend Grad Außentemperatur (wir besuchten Stier Royal am angeblich heißesten Tag des Jahres) hechten offensichtlich alle Düsseldorfer in die Zimmerstraße, um sich mit heißen Burgern und Pommes vollzustopfen. Halleluja! Deshalb stapeln sich nicht nur draußen die Menschen, sondern auch drinnen ist es gut besucht.

Start mit vorübergehender Speisekarte

Aber: Facebook-Likes schmecken mal nach gar nix, was zählt ist auf dem Teller. Und das kann sich sehen lassen.

Bei den Buns kann man zwischen Vollkorn oder Standard-Brioche wählen, zudem hat man die Auswahl ob es das 120 Gramm, 140 Gramm oder das 240g Gramm Double-Patty sein darf. Neben altbekannten Variationen Klassik, Cheese und Bacon, haben zu Beginn noch ein Chicken Burger, ein Tuna Burger und zwei Veggie-Varianten (Falaffel oder Grilled Cheese) den Weg auf die Karte gefunden. Als kartoffelige Beilagen kann man normale Pommes oder die mittlerweile schon etablierten Süßkartoffel Fritten wählen, dazu  gibt es mehrere Salate (Caesar, Gemischter Garten-Salat, Gemüse Slaw, Rotkohl-Ingwer). Und auch bei den hausgemachten Soßen hat man die Qual der Wahl: Ketchup mit Piff, Burger-Soße oder eine der drei Fritten Soßen (Klassik, Chili-Honig, Kräuter-Knofi).

Und auch die Getränke sind sorgsam ausgewählt: Allgäuer Büble Edelbräu habe ich noch nirgends gesehen, schmeckt aber ordentlich oder – unsere Empfehlung – eine Mischung aus Pils und Ginger-Beer, definitiv geiler als jedes Radler!

Aufgrund des propevollen Hauses braucht unsere Bestellung ca. 40 Minuten, aber alles im Rahmen. Wie gesagt: Es ist die erste Woche, es ist ultraheiß und jeder Platz ist belegt. Wer da keinen Respekt für die Damen und Hipster im Service aufbringt, dem ist nicht mehr zu helfen. Ganz zu schweigen vom Team am Rost, dass bei diesem Wetter eine Bestellung nach der anderen schickt.

Was dann schon mal passieren kann: Die Pattys sind ein wenig drüber, Medium sind sie leider nicht mehr wirklich und sind dadurch nicht ganz so saftig wie sie sein könnten. Die Auswahl zwischen den zwei Buns ist toll, aber auch diese sind etwas trocken geraten. Die karamellisierten Zwiebeln machen sich dafür hervorragend auf den Burgern, der Geschmack der marinierten Tomate geht jedoch unter. Die Süßkartoffeln Fritten sind so, wie Süßkartoffel Fritten sein sollten – hier kann man nicht meckern. Die Frittensoße ist dafür einen Tick zu flüssig (liegt aber gegebenfalls an der Hitze des Tages) und beim Ketchup mit Pfiff, fehlt irgendwie der Pfiff (oder ich bin nach 1 1/2 Büble Edelbräu nicht mehr in der Lage den zu schmecken). Beim Käse hätte ich mir auch eine etwas würzigere Variante gewünscht oder sogar die Möglichkeit, aus verschiedenen Sorten zu wählen. Dem Caesar-Beilagensalat mangelt es leider auch etwas an Dressing und die Kombination aus sehr fein gehobeltem Parmesan und dafür ganzen Salatblättern ist für mich auch nicht ganz ideal.

Außen hui – innen noch nicht ganz

Das neue Ladenlokal ist großartig geworden, genau die richtige Mischung aus hip und erdig-ehrlich, wie es sich für einen Burger-Laden gehört – auf diesen Style setzt ja auch das bereits im April eröffnete Richie’n Rose sehr erfolgreich. Der Name „Stier Royal“ und das dazugehörige Logo setzen dann nochmal einen drauf – das Auge isst eben mit.

Das Essen kann leider noch nicht mit dem Niveau der Corporate Identity mithalten. Es ist durchaus ordentlich und liegt meilenweit über dem einer hiesigen Burgerkette, aber bisherige Gäste der Bronx Bar erwarten vielleicht einfach etwas mehr. Bei manchen Details und insbesondere den Saucen fehlt noch der letzte Schliff, die einzelnen Burger-Komponenten müssen auch noch etwas besser aufeinander abgestimmt werden. Und mit der Meinung scheinen wir nicht alleine, unser erster Eindruck (inklusive der zu durchgebratenen Burger) wurde uns auch auf unserer Facebook-Seite von anderen Gästen bestätigt.

Ausserdem fehlt mir persönlich noch irgendein Alleinstellungsmerkmal: Einen guten Burger mit Süßkartoffelpommes bietet eigentlich jeder ambitionierte Burgerladen an (so auch das bereits erwähnte Richie’n Rose) und auch bei den verfügbare Variationen (Beispiele: Chili-Honig-Mayo, Bacon Burger, Chicken Burger) ist die Kreativitätsskala sicherlich noch nicht ausgereizt.

Aber um meine ewige und miese Pingeligkeit direkt wieder zu relativieren: Hey, es ist die erste Woche! Das Team bittet um Verständnis und soll dieses auch bekommen. Spätestens wenn die ersten Hot Dogs angeboten werden, habe ich mein Alleinstellungsmerkmal – denn wo kriegt man sonst anständige Upperclass-Hot-Dogs?

Geben wir dem Stier Royal also noch etwas Zeit und dann kann aus einem bisher guten Burgerrestaurant noch etwas ganz Großes werden. Ich glaub daran.

Nachtrag 9.8.:

Ein Teil unserer Test-Crew war gestern Abend noch einmal da. Ergebnis: Fast zwei Stunden auf’s Essen gewartet, einen Burger vergessen, einer mit falschem Brot, Tuna-& Veggie Burger waren sowieso aus, und bei den Fritten fehlten die bestellten Soßen. Am Nebentisch ging zweimal ein Burger zurück. Andrang war aber nicht größer als bei unserem Besuch, da später eher geringer. Der Service war sichtlich und nach eigenen Aussagen überfordert, dafür war aber der Chef mit an Board – statt einzugreifen und z.B. Getränke an die Tische zu bringen hat er sich aber offensichtlich um die wichtigen Dinge gekümmert: Kerzen.

Wünschen dem Team weiterhin viel Erfolg, die Hürden der ersten Woche zu meistern.

Kategorie: Restaurants in Düsseldorf

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Jahrgang 1983 und wohnhaft in Düsseldorf-Oberbilk. Hat sich mal einen Hot-Dog-Maker zum Geburtstag gewünscht, den er niemals benutzt hat. Im Gegensatz zu seinem Weber-Grill, der das ganze Jahr über in Benutzung ist.

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