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Bistro Erminig – Die Bretagne in der Altstadt

Essen in der Altstadt? Na ja. Fettige Pizza, wenn man ein wenig etwas über den Durst getrunken hat, oder wenn man den Lockrufen der Bolker-Restaurants als Tourist in die Falle geht. Das geht aber tatsächlich auch anders. Zwischen Carlsplatz und Ratinger gibt es immer mal wieder kleine Schätze zu entdecken. Ein solches Schätzchen ist das Bistro Erminig.

Ja, zugegeben. So richtig Fancy ist es hier nicht, aber das will das Erminig überhaupt nicht. Es will einfach nur gute französische Bistro-Kultur bieten. Und das tut es. Die Karte ist nicht überladen, das Personal ist schnell und freundlich, man sitzt ordentlich und das wichtigste: Es schmeckt! Wer schonmal an der französischen Atlantik-Küste war, wird sich sicherlich in die bretonische Küche verliebt haben. Sie ist bodenständig, würzig und lecker. Und es gibt eine Sache, über die hier viel zu wenig gesprochen wird: Galettes! Das sind herzhafte Crêpes aus Buchweizen. Hauchdünner Teig, belegt mit verschiedensten Leckereien. Vom Spiegelei über Salat bis zu kandierten Zwiebeln oder Ziegenkäse. Lecker, lecker, lecker. Das füllt nicht bis zum Umfallen und wenn man es richtig macht, ist ein Galette eine richtig feine Sache.

Und ja: Im Bistro Erminig können die das richtig machen. Chef und Chefkoch kommen aus der Bretagne, sie wissen also, wie Galette, Crêpes und Co schmecken müssen, was drauf kommt und was noch zu einem guten Bistro gehört. Zum Beispiel der Cidre: Okay, in der Bretagne gibt es in Crêperien meist nur Cidre und Wasser und Kaffee. Keine Weine zusätzlich. In der Düsseldorfer Altstadt muss das Getränkeangebot natürlich etwas breiter ausfallen, okay. Dafür kommt der Cidre, wie es sich gehört, in Ton-Tassen an den Tisch. Er schmeckt hervorragend und wird auch entsprechend angepriesen. Es gibt ihn in lieblich bis trocken. Und es ist Cidre aus der Bretagne, sprich, er hat ein bisschen mehr Umdrehungen als Bier, schmeckt wesentlich süffiger und man rechnet nicht mit der Wirkung. Etwas Vorsicht ist also geboten.

Die Preise sind absolut akzeptabel. Ein Galette Complète, also der Klassiker mit Käse, Schinken und Spiegelei, kostet 7,90 Euro und man kann sich noch Extras wie Röstzwiebeln oder gekochte Tomaten dazu ordern. Wer es etwas ausgefallener haben möchte, zahlt auch schon mal 12 Euro für ein Galette. Lohnt sich aber. Der Cidre kostet zwischen neun und elf Euro, was völlig in Ordnung ist.

Man kann es sich also ohne es zu bereuen richtig gut gehen lassen. Da bleibt dann noch Platz für ein Dessert. Zum Nachtisch gibts dann natürlich Crêpe. Mit Schokoladen, Äpfeln, nur mit Zimt und Zucker oder mit hauseigenem salzigem Butterkaramell. Und das Salzkaramell auf den Crêpes ist die Definition von Leben wie Gott in Frankreich. Man wird ein wenig von der Süße erschlagen, das Salz kribbelt ein bisschen und man möchte nicht davon lassen. Und wenn man das dann noch mit Calvados flambiert gereicht bekommt, stellt sich die Exklusivität allein durch das Essen ein. Da braucht man keine strahlend weißen Tischdecken oder Silberbesteck, keine Molekularküche oder Gänsestopfleber. Es reicht ein bisschen Weizen- oder Buchweizenteig flach und kross gebacken und dazu eine Tasse Cidre um zufrieden zu sein. Und das kriegt man in seiner besten Form im Erminig, mitten in der Altstadt.

Kleine Tipps: Sonntags gibt es für 13,90 € Brunch im Erminig. Wo sich Franzosen nur einen Kaffee und ein Croissant zum Frühstück gönnen, wünschen sich viele hierzulande ein großes Buffet mit Käse und Schinken, mit Brot und Croissants. Im Erminig hat man das kombiniert und kriegt französischen Käse, französische Wurst, Baguette und Croissants zu einem wirklich angemessenen Preis. Und ein Crêpe gibt es obendrein noch dazu. Wir werden das demnächst mal ausprobieren. Garantiert. Ihr solltet am Wochenende auf jeden Fall reservieren.

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