Pizza
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Schneller Pizzateig

Dieses Rezept ist zwar schon eine gewisse Weiterentwicklung zu den Anfängen – aus heutiger Perspektive (wir schrieben das Jahr 2016), aber trotzdem grausam.

Eine bessere Variante für einen Pizza-Teig (bzw. direkt drei Varianten) findet ihr hier »

Seitdem ich den roten Pizzaofen Alfredo besitze, hat sich selbstgemachte Pizza fest auf dem Speiseplan etabliert. Egal ob einfach so zwischendurch oder bei einer Pizza-Party mit mehren Leuten – es schmeckt immer und ist wunderbar kommunikativ.

Damit die selbstgemachte Pizza nicht nur die Lieferdienste, sondern auch so manches Restaurant in den Schatten stellt, braucht es den richtigen Teig. Der ist anfangs gar nicht so einfach zu finden – je tiefer man in die Materie einsteigt, desto komplizierter wird es. Schon alleine die Auswahl der richtigen Mehlsorte ist eine Wissenschaft für sich. Viele schwören auf Tipo 00 Mehl, einige mischen noch Maisgries oder etwas Polentamehl unter. Auch ich verwende am liebsten Tipo 00 Mehl, der Teig gelingt aber auch mit normalen Weizenmehl. Denn an dieser Stelle schulde ich dem Pizza-Heißhunger Tribut: Wer nicht ein paar Tage im Vorraus weiß, dass er Pizza essen will, hat mit diesem Rezept einen schnellen Teig, der noch am gleichen Tag verarbeitet werden kann.

Alle Zutaten sind beieinander – es kann los gehen

Es gilt aber nicht nur die richtigen Zutaten im richtigen Mischungsverhältnis zu einem schönen elastischen Teig zu verarbeiten, auch bei der Zubereitung gilt es wesentliche Dinge zu beachten. Mittlerweile habe ich aber ein gelingsicheres Rezept für mich entdeckt, dessen Mengenverhältnis auf Tim Mälzer zurückgehen. Bei der Zubereitung leistet mit übrigens eine Teig-Knet-Unterlage aus Silikon gute Dienste.

  • 550g Mehl – Am besten Tipo 00 Mehl
  • 250 ml Wasser – Nicht heißer als 38 Grad
  • 2 Päckchen frische Hefe
  • 4 EL bestes Olivenöl
  • 4 TL gemahlenes Meersalz
  • 2 EL Honig

Als erstes geben wir das Mehl in eine Schüssel und geben Salz, Olivenöl und den Honig dazu, zerbröseln danach die frische Hefe darüber. Die erste Feinheit beginnt mit der richtigen Wassertemperatur: Es soll nicht kalt sein, aber auch nicht heißer als 38 Grad – sonst zerstört es die Hefekulturen. Glücklicherweise habe ich einen Wasserkocher, bei dem man die Temperatur einstellen kann und muss mir deshalb keine großen Gedanken machen.

Erst Mehl, dann Salz, Olivenöl, Honig und Hefe dazu – zum Schluß das Wasser

Nun wird alles erst grob in der Schüssel mit einer Gabel vermengt und dann mehrere Minuten ordentlich durchgeknetet. Dabei auch darauf achten, dass der Teig schön elastisch und leicht feucht ist. Wenn er zu trocken gerät, einfach die Hände befeuchten und weiterkneten. Gegebenfalls diese Prozedur wiederholen, bis der Teig die richtige Konsistenz hat.

Beim Kneten erkennt man: Dieser Teig ist etwas zu trocken…

…also Hände befeuchten und weiterkneten, bis wir eine schöne Konsistenz haben.

Danach bestreuen wir ihn mit Mehl, legen ihn zurück in die Schüssel und decken die mit einem feuchten Tuch ab. 45 Minuten soll der Teig jetzt an einem warmen Ort quellen.

Ruhephase – Der Teig darf sich für 45 Minuten ausruhen

Den Teig kann man jetzt direkt weiterverwenden und zu leckeren Mafiatorten verarbeiten – muss man aber nicht. Wenn er noch ein paar Stunden stehen kann, hilft es unserer Sache nur.

Mit Frischhaltefolie bedeckt hält er sich locker eine Woche im Kühlschrank

Reste des Teigs halten sich aber auch gut im Kühlschrank und können jederzeit weiterverwendet werden: Wenn ich dann Lust auf Pizza habe, reiße ich einfach ein Stück Teig ab, lasse es etwas aufwärmen und kann schon loslegen: Lecker!

Update: Nach einigen Diskussionen in den Kommentaren habe ich das Rezept etwas aktualisiert und den Grundgedanken des Rezepts hervorgehoben: Ein schneller Pizzateig, den man noch am selben Abend verarbeiten kann. Weitere Varianten auf der Suche nach dem perfekten Pizzateig werden folgen – hier ging es aber um etwas Anderes.

Kategorie: Pizza

von

Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

17 Kommentare

  1. Eure Seite gefällt mir echt gut. Eine wenigen Koch-Blogs die grafisch auch echt was hermachen. Super!

    Zu dem Teig: Na ja… nachdem man dich für die Fertigteig-Variante wohl ordentlich die Löffel lang gezogen hat, wundert es mich, dass hier noch keiner aufgeschrien hat. Lassen wir den Fakt „Jedem so wie er mag“ mal aussen vor: Ich sehe auf dem ersten Blick, dass der Teig „nichts taugt“. Ich erkenne das an der Struktur, die der Teig aufweist. Die Kleber im Teig sind nicht gut genug ausgebildet, so dass der Teig kein festes Gerüst bekommt. Ich glaube kaum, das der Teig weich, geschmeidig und reisfest ist. Der Teig sollte VIEL länger geknetet werden. 15 Minuten in der Maschine Minimum.

    84 g Hefe auf 550 g Mehl ist nicht gut; Zu viel Hefe behindert die anderen Zutaten deren Aroma auszubreiten. Eigentlich ist bei der Menge Hefe, die Zugabe von Zucker/Honig nicht mehr nötig. Zucker dient nur zum Anstellen der Hefe. Bei der Menge an Hefe sei dir sicher, dass die Hefe ankommt. Das macht man eigentlich auch nur, wenn man eigene noch nicht stabile Hefekulturen in Form eines Sauerteiges gezüchtet hat. Ich würde für 550 g Mehl 5,5 g Hefe nehmen. Maximal 15 g. Das gehen dauert halt länger, aber dafür haben die Aromen der anderen Zutaten insbesondere die des Mehl einen größeren Anteil am Geschmack. Bei weniger Hefe hilft auch vorher die Hefe in Wasser auflösen und warten bis sich Blasen gebildet haben. Dann ist die Hefe angekommen und man kann loslegen.

    Sorry, wenn ich dir mit dem zweiten Kommentar auf die Rezept-Füsse getreten bin, aber durch diese harte Schule musste ich auch gehen, als ich mit meinem Blog anfing…

    Nichts für ungut!

    • Moin Thally,
      erstmal Danke fürs Lob – das muss ich aber so zurückgeben. Euer Blog macht ja auch was her :)

      Deine Kritik am Teig werte ich jetzt erstmal als völlig berechtigt an und hört sich sehr kompetent an. Ich bin ja ein völliger Teig-Analphabet und habe mich vor Kauf des Alfredos immer gescheut mit diesem klebrigen Zeug zu hantieren.
      Ausserdem: Wenn wir kein Feedback wollen würden, würden wir ja auch nicht bloggen :)

      Ich danke Dir also vielmals für diesen Kommentar, werde in den nächsten Tagen den Teig nach deiner Anleitung zubereiten und dieses Rezept hier aktualisieren :)
      Danke!

    • So, ich bin es direkt angegangen :)
      Die 5,5g Hefe erschienen mir allerdings etwas sehr wenig. Ich habe also statt zwei Blöcken frischer Hefe einen halben genommen (rund 20 Gramm und damit 1/4 der bisherigen Menge). Das mit dem Hefe-im-Wasser-auflösen hat mir gut gefallen. Mit etwas Zucker habe ich die „Hefecreme“ schön gehen lassen, bis sie Blasen warf. Das werde ich in Zukunft auch so machen.

      Im Gegensatz zum Rest.
      Die Zutaten gingen 15 Minuten in die Maschine. Das von Dir angesprochene „feste Gerüst“ war da. Aber holla die Waldfee.
      Statt der obligatorischen 45 Minuten bekam der Teig mehr Zeit zum Aufgehen. Eine Stunde, 90 Minuten, zwei Stunden. Der Teig war immer noch keinen Milimeter Aufgegangen, dafür noch immer absolut fest in seiner Struktur.
      Das Ausrollen bereitete schon so einige Mühe und letztendlich war es eine große Enttäuschung: Der erste Teig, der keine Blasen wirft, stattdessen von der Konsistenz an altes Kaugummi erinnert (die anderen Mengenverhältnisse stimmten haargenau überein!). Das war nichts, darin waren wir uns schnell einig.

      Das nächste mal dann wieder mit mindestens einem Block Hefe und geknetet wird auch wieder per Hand. Das ist mir zwar ü+ber 15 Minuten zu langweilig, aber so einen schlechten Teig möchte ich nicht nochmal…

      Dafür etwas äußerst Positives von der Belagsfront: Büffelmozarella, Kapern und geräucherter Schweinenacken (erst nach dem Backen draufgeben) rocken!

      • Wenn der Teig nicht aufgeht, ist es auch klar, dass der nichts wird. Wenn der Teig 2 Stunden im Kühlschrank gegangen ist, ist das definitiv zu wenig. Wenn der allerdings 2 Stunden bei 20 – 25 Grad gegangen ist, dann denke ich mal, dass die Hefe irgendwie kaputt gegangen ist. Vielleicht hätte ich das ganze auch mal genauer beschreiben sollen :D

        500 g Mehl, 5 g Hefe, ca 300 ml Wasser und etwas Salz. In das Mehl eine Mulde drücken und darin den Vorteig mit Hefe und Wasser anrühren. 10 Minuten warten. Dann Teig 10 – 15 Minuten kneten – mit der Hand 20. 1 Stunde am Stück bei Raumtemperatur ruhen lassen – mit Folie abdecken. Dann 4 Teigstücke zu glatten Kugeln formen und bei 25 Grad mindestens 4 Stunden gehen lassen – besser 5 – wenn nicht sogar 6. Im Kühlschrank wesentlich länger. Um die 10! Mit Folie abdecken.

        Die Teiglinge natürlich nicht platt rollen, sondern mit den Händen sanft flach drücken und behutsam auseinanderziehen.

        Ich bin mir sicher, dass der Teig so was wird. Und wenn du dann noch diesen Pizza-Steinofen hast, dann geht der auch weiter auf und wirft Blasen.

        • Ich bin ja nicht blöd… Aber trotzdem danke für die genaue Anleitung. Der Ablauf ist sehr ähnlich wie meiner :)
          Zurück zum Topic: Der Teig ist bei Raumtemperatur gelagert und nicht aufgegangen. Der Rest über Nacht im Kühlschrank (dann nochmal mehr als 10 Stunden) auch nicht.
          Kann es sein, dass Du ausserdem die ganze Zeit von Trockenhefe ausgehst? 5 Gramm (oder 5,5 wie von Dir beschrieben) sind dann ja quasi nur ein Bröckchen.

        • Ihr macht mich noch ganz verrückt. Jetzt muss ich das selbst noch einmal prüfen! Nächstes Wochenende gibt es einen Punkt-für-Punkt-Anleitung.

          • :)
            Ich würde ihn wie von Dir beschrieben machen – aber mit einem Paket Hefe.
            Richtig gut wird der Teig ürigens auch erst nach ein paar Tagen im Kühlschrank. Wenn der so schön Sauer wird…

  2. Hallo Thally,

    freut mich, dass Du hier direkt so regen teilnimmst. Ich hab auch erst gedacht, dass 2 Päckchen Hefe echt viel sind, hab das dann aber auch mal ausprobiert, allerdings abgespeckt. 50 Gramm Hefe auf 800 Gramm Mehl. Ergebnis: Der Teig war ziemlich fluffig. Okay, für meinen Geschmack etwas zu fluffig, schon eher amerikanisch. Für viele LEute die leckerere Pizza, für mich allerdings nicht.

    • Also ich war ja immer ganz zufrieden. Hat schön Blasen geworfen und war einfach lecker. hab ihn aber auch immer schön dünn ausgerollt, für so dicke Pizzen bin ich ja eher nicht zu haben.

      • enrico1051 sagt

        Bitte nicht ausrollen damit machst Du die arbeit der Hefe kulturen zunichte.Teigkugel immer von innen nach aussen mit den fingern u.Handballen drücken bis die gewünschte form oder stärke erreicht ist.
        viel Erfolg

  3. Moinsen,

    also ne? Ich hab‘ das selber jetzt geprüft und wie behauptet funzt das 1a mit 1 g Hefe pro 100 g Mehl. Dabei ist der Teig noch zu stark binnen 24 Stunden gegangen. Bereits nach einer Stunde bei Raumtemperatur hat sich der Teig verdoppelt. Das nächste Mal nehme ich nur 0,5 g Hefe pro 100 g Mehl – und ich meine wirklich Frischhefe. Geknetet habe ich mit dem Mixer ziemlich genau 13 Minuten. Auch beim Backen ist der Teig nochmal richtig gut aufgegangen. Geschmacklich unvergleichlich…

    • Hallo Thally,
      haben das Ganze jetzt auch noch mal probiert. War richtig gut. Was man auch mal probieren kann, weil sehr lecker: anstatt Mehl einfach Hartweizengrieß. Köstlich.

  4. Monex sagt

    Die reine Arbeitszeit fur das Herstellen des Teigs das Ausrollen und das Schneiden betragt vielleicht 15 oder 20 Minuten. Dazu kommen zwar noch etwa 60 Minuten die der Teig ruhen sollte bevor man ihn tatsachlich verarbeitet sowie naturlich besonders bei gefullten Nudeln die Zeit die man zum Fullen und verpacken der Nudeln braucht aber dafur kann geschmacklich und vom Mundgefuhl also vom Biss her auch keine gekaufte Nudel mithalten.

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