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Heinz Erste Ernte – Der Ketchup-Test

Jetzt melde ich mich auch mal zurück – und das als frisch gebackener Diplom-Sozialwissenschaftler. Das verfassen dieses Meisterwerkes benötigte doch einiges an Zeit, so dass dann nach der Fertigstellung auch viele ToDos aufgelaufen waren. Der Stress hat sich gelohnt, immerhin ist das Diplom mit „1,3“ bestanden. Jetzt ist mein Diplomzeugnis auf dem Weg zu mir, sämtliche Projekte in den Schienen und ich habe wieder Zeit für Euch. Deshalb wird es in der nächsten Zeit auch einige Artikel geben, die ich schon länger in der Pipeline habe.

Heinz Erste Ernte

Den Anfang macht unser Ketchup-Test. Die Marketing-Agentur von Heinz hatte mich angeschrieben und gefragt, ob ich nicht gerne eine tolle Überraschung bekommen würde. Da sag ich nicht nein, zumal mal keine Ansprüche daran gestellt hat, ob oder was wir bloggen. Die Spannung hielt sich aber halbwegs in Grenzen – denn irgendwie war ja klar, dass da eine neue Sauce den Weg zu mir finden würde. Als der Postmann dann zweimal klingelte kam dann erstmal das Aha-Erlebnis. Denn Heinz hat sich viel Mühe bei der Präsentation gegeben. Eine große Schatzkiste in der sich neben dem neuen Zaubersaft auch Pfeffer- und Salzmühle, sowie ein ziemlich geiler USB-Stick in Form einer Ketchup-Flasche befanden. Nett, aber ich bin natürlich nicht käuflich – oder steht hier Schubeck dran? :)

Eigentlicher Star sollte dann aber der neue Ketchup sein. Erste Ernte. Hergestellt aus den ersten sonnengereiften Tomaten des Jahres, die innerhalb von 48 Stunden verarbeitet werden. Soweit der Marketing-Kladderadatsch. Gut ist schonmal, dass die Zutatenliste sehr übersichtlich daher kommt und keine Geschmacksverstärker oder dergleichen enthält. Drin sind Tomaten, Branntweinessig, Zucker, Salz, Gewürzextrakte, Kräuterextrakte, Gewürze.

Battle of the tomatoes: Der Ketchup-Test

Probiert: Jo, schmeckt wie n leckerer Ketchup. Aber ob das jetzt den ganzen Aufwand wert war? Gute Frage. Deshalb haben wir uns zu einem spontanen Ketchup-Test entschlossen. Die Tomaten-Sommeliers, schön mit Wasser zum durchspülen und Brot zum neutralisieren. Wir sind ja nicht irgendwer. Die Test-Kandidaten im Überblick:

  • Der normale Ketchup von Kraft aus der Glasflasche
  • Der normale Ketchup von Heinz, ebenfalls aus der Glasflasche
  • Heinz Erste Ernte
  • Ketchup von Rapunzel, einem teureren Hersteller aus dem Bio-Markt
  • Rich Ketchup – eine Billigmarke aus dem Discounter

Getestet habe ich nicht alleine, sondern mit weiblicher Unterstützung meiner Frau. Zu vergeben gab es 0 bis 10 Punkte, wobei 10 für den besten Geschmack stand.

Sorte Chrissie Ben Gesamt
Kraft 5 5 10
Heinz 8 6 14
Heinz Erste Ernte 7 7 14
Rapunzel 1 5 6
Rich 3 3 6

Am Ende des Rankings findet sich erwartungsgemäß der ketchup von Ritch wieder. Ziemlich flüssig, wenig tomatig, im Farbvergleich sehr hell. Das kann man echt vergessen. Überraschenderweise teilt sich der Discounter-Ketchup den letzten Platz mit – Trommelwirbel – dem teuersten Kandidaten: Dem ketchup von Rapunzel. Die Konsistenz ist eine völlig andere, fast schon ein Pürre. Aber geschmacklich? Nada. Nach gar nix. Keine Süße, keine Säure, nichtmal Salz. Völlig neutral. Da läuft mit jeder Tube Tomatenmark besser, da hilft auch kein Demeter-Siegel.

Oben wird es etwas enger. Größte Hoffnungen habe ich ja in den Ketchup von Kraft gesetzt. Nach meiner Erinnerung gab es den früher immer zu Hause und ich hab den ganzen Hype um Heinz nie so ganz verstanden. Aber im direkten Vergleich musste sich dann Kraft – für mich doch überraschend – geschlagen geben. Mir selbst gefiel dann „Neue Ernte“ eine Spur besser als der normale Heinz, die werte Ehefrau sah es genau anders herum. Aber um ehrlich zu sein: Wenn man die Sorten nicht im direkten Vergleich probiert, schmeckt man da kaum einen Unterschied – von den großen Verlieren mal abgesehen.

Fazit: Viel Buhei um Nix

Das Fazit: Guter Ketchup. Hebt sich aber kaum ab, Unterschiede sind nur im direkten Vergleich festzustellen. Ich behaupte: Wenn ich einen Ketchup selber mache, dann schmeckt man auch einen richtigen Unterschied. So? Eher nicht. Schmeckt irgendwie alles gleich. Bis natürlich auf die Plörre vom Discounter. Aber hat er etwas anderes erwartet? Überraschender ist da natürlich das Abschneiden vom Rapunzel-Ketchup. Bio schön und gut, aber nach etwas schmecken sollte es auch. Das war für den Preis schon mehr als enttäuschend.

Der ganze Test ist aber natürlich als absolut unrepräsentativ zu sehen. Bestimmt haben wir viele tolle Marken vergessen – ihr könnt die bitte gerne in den Kommentaren ergänzen und uns euren Favoriten nennen.

 

Kategorie: Getestet

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Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

9 Kommentare

  1. Mein Favorite Ketchup ist schon seit langem der von Heinz. An den kommt zurzeit einfach kein anderer ran. :-) Ich habe aber auch schon mal selber Ketchup hergestellt und der war gar nicht mal so übel :-) Aber das mache ich nicht nochmal…war am Ende eine ganz schöne Sauerei :-D Gruß Klaus

  2. Ich finde den Test super und das Ergebnis bestätigt auch meine Einschätzung. Und ich finde es irgendwie erfreulich, dass ein Klassiker auch der Beste seiner Klasse ist.

  3. Dieter Schild sagt

    den subjektiven Geschmack von 2
    Probanten kann man leicht kaufen.
    wo sind 20 diverse Sorten?
    oder machste hier Werbung für Kraft?

    • Hallo Dieter, Du hast mich überführt. Heinz hat uns gekauft, wir sind jetzt rich & famous und auch Heinz verdient sich ne goldene Nase, weil das Marketing so ein Erfolg ist.
      Ansonsten: Habe stark den Eindruck, Du trägst auf dem Hals selbst nur ne Tomate.

    • Demnächst lassen wir 150 Ketchup-Sorten aus aller Welt einfliegen, uns ordentlich bezahlen und machen den Test auf Unternehmenskosten auf Ibiza…Verdammt! Das hätten wir annehmen sollen! Aber mal im Ernst: Lesen hilft! Wenn wir von Heinz bezahlt gewesen wären, wäre das Fazit deutlich positiver ausgefallen, aber das ist wahrscheinlich zu subtil. Foto gesehen, rumgemeckert!

    • Ja nee, is klar :D Das ist wohl der schlechteste Kommentar, den ich jemals auf einem Blog gelesen hab.

      Wenn Du das besser kannst, bestell Dir doch 20 diverse Sorten, lade Dir 50 Experten ein und mache dann den ausführlichen Test. 20 x 50, ergibt 1000 Geschmacksproben, das sollte für einen Experten wie Dich doch kein Problem sein, oder? ;-)

  4. Peter sagt

    Auch unser persönlicher Eindruck. Hab mal aus irgendeinem Grund mal ein anders Ketchup geholt (Kraft) und das war ein himmelgrosser Unerschied zu dem Amerikaner (H.).

    Peter mit Frau und Kindern

  5. Robert sagt

    Meine Frau und ich haben auch getestet. Bei uns ist Heinz durchgefallen. Viel zu süß und keine Frucht. Interessanterweise hat uns Gut und Günstig am Besten geschmeckt. Kraft und das von Lidl war auch in Ordnung. Naja die Geschmäcker sind verschieden.
    @Peter – Kraft Ketchup ist auch ein Amerikaner..

  6. Es ist eine Frage des Geschmacks …Heinz, „viel zu süß und keine Frucht“, aber dafür über Jahre hinweg der Lieferant bei MC Donalds. Es wundert es mich nicht, dass die obige Bewertung so ausfällt… gerade bei den jüngeren Generationen, die quasi von der Milchflasche an mit dem Zeug großgefüttert wurden dürfte der Geschmacksinn unterbewußt auf einen bestimmten Geschmack / einen gewisse Hersteller getrimmt sein.

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