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Hipness zwischen Brötchen: Freddy Schilling – Die Burgermanufaktur

Geht man durch die Kölner Südstadt, ergeht es einem manchmal wie in Berlin-Mitte. Die Leute wollen Hip sein, kleiden sich so und wollen anscheinend auch so essen. Nur 150 m vom Südbahnhof entfernt befindet sich in der Kyffhäuser Str. ein immer proppevoller Laden, nicht größer als ein mittelgroßer Kiosk mit offener Küche: Freddy Schilling – Die Burgermanufaktur.

Schaut der versierte Hipster vor dem Besuch auf die Homepage entdeckt er eine kleine Geschichte über den angeblich ersten Hausmann der Republik, der von Amerika träumt und seine Kinder irgendwann mit Burgern überrascht. Er verfeinert seine Burger und erfreut so seine Liebsten. Ehrlich, einfach, hausgemacht – das soll die Botschaft dieser kleinen Story sein. In dieser Tradition sieht sich auch die Burgermanufaktur. Und wenn man in den Laden kommt, wird auch alles getan, damit man sich wie in einer großen Familie fühlt. Die Ansprache an der Bar ist direkt und bewusst freundlich, man duzt sich. Für mich kein Problem, ich mach das ja auch so. Für einige ist das eventuell etwas befremdlich, aber anscheinend nicht für die Kölner Südstadt.

Nun hat man eine angenehm übersichtliche Wahl der Speisen. Hier geht es tatsächlich vor Allem um Burger. Aber natürlich nicht irgendwelche Burger. Sie heißen dann schnell „Tante Tiziana“ oder in Anlehnung an Pulp Fiction „Big Kahuna“. Die Beilagen kriegen wohlklingende Namen wie „Rosi’s“ (Rosmarinkartoffeln) oder „Herr Krause“ (Krautsalat). Etwas zu stereotyp sind dann die Optionen „Männermahlzeit“ (doppelte Portion Fleisch) oder „Freddy’s Frauenversteher“ (fast die hälfte). Erinnerte mich im ersten Moment ein wenig an die BEEF! Aber gut, lasst uns unvoreingenommen bleiben. Also kümmern wir uns ums wesentliche: Das Essen.

Ich bestelle einen „Bruno’s Brenner“ mit Fritten und der Kollege einen „Freddy’s Favorit“ mit Käse. Dazu gabs einen netten hausgemachten Jalapeño-Dip. Die Preise sind völlig in Ordnung. Klar, man bezahlt mehr als bei der Fleisch-Braterei mit dem goldenen „M“, aber dafür gibt es Rinderhack aus artgerechter Tierhaltung, viel Handarbeit und hippe Namen. Die Jungs bei Freddy Schilling sind gut drauf, machen ihren Job anscheinend gerne und bleiben ehrlich. Schon auf der Karte steht: „Übrigens wird jeder Burger frisch und mit Liebe zum Detail hergestellt. Das dauert in der Regel 10 – 15 Minuten, wenn viel los ist auch mal länger.“ Und es war gut was los – aber kein Stress, wir haben Zeit. Dennoch dauert es tatsächlich nur ein bisschen mehr als 15 Min. bis wir unseren frisch gegrillten Burger serviert bekommen. Die Zeit konnten wir auch gut nutzen, um auf frei gewordene Plätze zu warten. Die sind leider Mangelware, aber die Rotation scheint irgendwie zu funktionieren.

Eins vorweg: Ich werde wieder hin gehen! Die Burger sind wirklich gut. Das Fleisch, die Brötchen, die Soße – alles hausgemacht, und das schmeckt man. Das Neuland-Rind ist perfekt gegart. Zartrosa in der Mitte, schöne Röstaromen außen. Die Soßen, in diesem Fall die BBQ-Soße, sind nicht lasch, sondern haben ordentlich Geschmack und die Fritten sind außen knusprig und innen weich. Auch wenn der Brenner einen nicht verbrennt, er glüht eher leicht, schmeckt er einfach gut. Hausgemacht eben. Und was will man mehr von einem ordentlichen Burger erwarten. Übrigens: Wer auf Fleisch verzichtet: Bei Freddy Schilling gibt es auch eine vegetarische Variante. Vielleicht probiere ich sie beim nächsten mal.

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Jahrgang 1982, geborener Düsseldorfer, Video- und politischer Mensch und Netzwerker. Can liebt das Backen und entspannt beim sich beinahe-in-Trance-kneten. Auch bei ihm ist das alleine kochen seit diesem Jahr Geschichte.

4 Kommentare

  1. Als Düsseldorfer fällt es besonders schwer einzuräumen, dass der beste Burger aus Köln kommt!

    Sehr schöner Bericht, ich habe schon wieder hunger…

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