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Kurztrip nach den Haag: Restaurants, Hotels und Tipps.

Die Holländer sind ein lustiges Völkchen. Orange ist ihre Nationalfarbe, sie tragen viel zu große Schuhe aus Holz (Klompjes), frittieren gefühlt alles was sie essen, die Sprache verbreitet gute Laune und sie haben den Regierungssitz nicht in ihrer Hauptstadt.

Letztere (Amsterdam) ist allen wohl bestens bekannt und eines der Top-Reiseziele. Den Haag hingegen kennt man nur von irgendwelchen Nachrichten, weil da ein gewisser Gerichtshof residiert und durch die Gegend urteilt.

Dabei ist die Stadt an der Nordsee durchaus einen Kurztrip wert. Wenn man Glück hat, sieht man sogar den König in seinem City-Schloß arbeiten. Hier nun meine kulinarischen Tips für ein Wochenende in Den Haag.

Restaurant-Tipps für den Haag

Es gibt unheimlich viele Restaurants in den Haag. Und auch unheimlich viele gute. Das liegt – laut Reiseführer – an den sogenannten „Experts“, den Ausländern bzw. Nicht-Den-Haagern, die am Gerichtshof, bei einer NGO oder der Regierung arbeiten.

Aber – und hier folgt direkt der brandheiße Tipp Nummero 1 – ich habe noch nie so viele ausgebuchte Restaurants gesehen! Selbst ein paar Tage im Voraus waren die meisten Dinger für die nächsten 7-14 Tage ausgebucht! Frühzeitiges Reservieren im Vorfeld ist also hilfreich.

(Nicht nur) für Vegetarier: Hortus

Ein vegetarisches und häufig auch veganes Restaurant mit feinen Speisen. Hier wird nicht einfach ein Fleischgericht mit Tofu oder Seitan nachgekocht, Fleisch-Imitate sucht man hier vergebens. Und das zahlt sich aus, die Küche ist kreativ, überraschend und sehr fein. (Ein wenig mehr Salz wäre allerdings wünschenswert)

Hier gibt’s Frühstück, Mittag- und Abendessen. Abends kann man sogar auf ein Drei- oder Viergangmenü zurückgreifen, was ca 30 Euro (4-Gang-Menü) kostet. Absolut empfehlenswert!

Reservierung gehen locker über die Website.

Hortus bei Tripadvisor

Beste Weine und bestes Essen: Zebedeus

Ich wäre ja nicht auf die Idee gekommen, dass sich in einer der Touri-Attraktionen, der großen Kirche (de Grote Kerk), ein derart fantastisches Restaurant befindet.

Klein, aber modern eingerichtet. Beim Essen geht es recht zeitgenössisch zu, die Gerichte wissen aber alle trotzdem zu überzeugen. Saisonal gab es bei uns eine wirklich sehr gute (und nicht so cremige) Kürbissuppe und ein Tatar vom Seebarsch. Danach Black Angus mit gebackenen Kastanien, bzw. gebackenen Kürbis mit Spinat und Quinoa. Als Abschluss einen salzig-süßen Karamell-Pudding und die Käseplatte.

Das Drei-Gang-Menü kostet 35 Euro und ist ein top Preis dafür!

Reservierungen per E-Mail über die Website, es wird aber sehr schnell geantwortet.

Zebedeus bei Tripadvisor

Für den Hunger zwischendurch: Tosti von Josti

Toast. Geschmolzener Käse. Selbstgemachter Eistee. Und das ganze in einer Schaukel sitzend. Dabei tut man noch etwas Gutes, denn das Essen ist Bio und das Restaurant hat ein soziales Gewissen und setzt auch auf Menschen mit Handicaps.

Süppchen gibt’s auch, Mittags ist es sehr voll. Zur Not nimmt man halt den Take-Away-Service in Anspruch.

Was bleibt zu sagen? Nur: De lekkerste tosti’s!

Tosti von Josti bei TripadvisorWebsite

Fürstliches Frühstück: Mien Koffie en Brood

In der Innenstadt etwas richtig gutes zum Frühstücken zu finden, war nicht ganz so easy. Das Men Koffie en Brood wirkt von außen auch nicht wirklich wie eine superduper Frühstückslocation, sondern eher wie eine alternative Studentenkneipe.

Aber der Eindruck täuscht: Richtig geiler Kaffee, frisches Toast, Mega Pancakes, frisches Ei, geiler Aufschnitt. Das Deluxe-Frühstück kostet ca. 13 Euro und reicht eigentlich zwei Personen. Wenn man das vorher nicht weiß: Ein mehrstündiger Spaziergang hilft beim Verdauen.

Besser als jedes Hotelfrühstück!

Website

Sonstige kulinarische Notizen

Nicht getestet, aber im Blick gehabt:

  • HanTing – ausgezeichnet zu Hollands bestem chinesischen Restaurant. Nur mit längerer Vorbestellung kriegt man hier Platz.
  • Hoftrammm – Fein Essen in der Straßenbahn. Noch relativ neu, trotzdem gut ausgebucht. Wenn man früh genug dran ist, sollte man das tun.

 

Hotels in den Haag

Tripadvisor listet über eintausend (!!) Restaurants für den Haag, aber nur 71 Hotels. Hier drei davon:

  • Hilton the Hague – ein Hilton halt. Sehr gutes Niveau, Lage auch ok. Praktisch mit Parkplatz nebenan (25€/Tag). Hier sind wir abgestiegen und ich kann nur sagen: Die Betten sind ein Traum, das Frühstücksbuffet muss man hier nicht haben.
  • Des Indes – das erste Hotel am Platz. Wahrlich herrschaftlich. Und man hat direkt meinen Freund MC Escher vor der Türe.
  • Boutique Hotel La Paulowna – das Bed&Breakfast zum Hortus-Restaurant. Haben wir erst vor Ort entdeckt, hätten wir aber bei Kenntnis vielleicht vorher gebucht.

Sehenswürdigkeiten

Wer seinen Jahresurlaub in den Haag verbringen will, wird sich vielleicht schnell langweilen. Aber ein (verlängertes) Wochenende kann man da sehr gut rumbringen!

  • Escher in het Palais: Werdegang und Werke von MC Escher. Gibt auch verrückte Foto-Aktionen, die man ausprobieren kann.
  • Museum de Gevangenpoort: Sehen, wie man früher weggesperrt (und gefoltert) wurde. Ganz beeindruckend. In manche Räume kommt man nur mit der Führung, eine am Tag ist auf englisch. Die holländische geht aber auch klar, man versteht so grob worum es geht (um gefangen und gefoltert werden).
  • Panorama Mesdag: War mir gänzlich unbekannt, liegt aber direkt neben dem Hilton: Eines der größten gemalten Panoramen. So zum reingehen. Echt verrückt. Hört sich nicht spannend an, ist es aber doch. Tipp: Audioguide für einen Euro mitbuchen.
  • Noordeinde Palace: Der Palast des Königs. Und der arbeitet da auch noch (wenn die Flagge gehisst wird, ist er im Haus). Deshalb gibt es leider nicht viel zu sehen, aber es liegt sehr zentral und man kommt dran vorbei.
  • Scheveningen: Die Küste, der Strand, der Pier. Wenn nicht grade kackscheisswetter ist, bestimmt total cool und schön. Ansonsten sieht man nur Hundehalter in wasserdichter Kleidung, die den Kot ihrer Tiere im Sand verbuddeln.

Shopping-Tipps

Auch einkaufen kann man sehr gut in den Haag. Ich würde deshalb immer mit dem Auto fahren und es randvoll mit Einkäufen laden, einself!

  • Collectiv Concept Store: Mode, Schönes und was zu Essen. Ein hipper Hipsterladen für hippe Hipster. Ich kaufte dort gerne ein.
  • Sissy Boy: Gibt es direkt zwei Stück in den Haag! Einen kleineren im Hauptbahnhof und einen größeren in der Stadt. Da muss man hin <3
  • Marks & Spencer Foodmarket: Alter. Was die da für Sachen haben. Und vor allem an Fertiggerichten. Vielleicht würde ich in Deutschland nie wieder kochen. Und Klamotten gibt’s dann natürlich auch noch.
  • de Bijenkorf: Das größte Kaufhaus von den Haag. Ihr kennt sowas aus New York, London, Wachtendonk. Riesen Teil, ganz modern, viele Marken. Kann man morgens reingehen und abends wieder auskommen.
  • Chinatown: Jau, ein eigenes China-Town. Mit DimSum-Läden, Saté-Spießen und Winkekätzchen. Und im Februar wird Neujahr gefeiert. Sogar die Straßenschilder sind zweisprachig.
  • Marqt: Ein Superdupermarkt. Ja mit Lebensmitteln und so. Aber ich wünschte, sowas hätten wir in Deutschland. Ich würde dort jeden Tag einkaufen. Dreimal. Ich liebe ihn!!

Und weil ich so ein toller Typ bin, hier nochmal alle Dinge in einer praktischen Karte im Überblick. Slaap lekker!

Fotos

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Jahrgang 1983 und wohnhaft in Düsseldorf-Oberbilk. Hat sich mal einen Hot-Dog-Maker zum Geburtstag gewünscht, den er niemals benutzt hat. Im Gegensatz zu seinem Weber-Grill, der das ganze Jahr über in Benutzung ist.

1 Kommentare

  1. Marleen sagt

    Mein Tipp für die Führung im
    Gevangenenpoort: nehmt die holländische Führung und ergänzt durch einen englischen Audioguide. Man kann so in alle Räume und versteht auch alles. Und wer gern Hummer und Hähnchen in durch gestylter Industrie Kulisse mag, sollte im Mama Kelly vorbeigehen.

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