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Meica macht das Weihnachten

Es war Montagabend und ich döste auf der Couch nach einem anstregenden Arbeitswochende vor mich hin. Doch dann kam sie – DIE Meica-Werbung. Die, in der der Knackwurst-Lieferant doch tatsächlich Werbung für sein Produkt macht (logisch) – und zwar für den Weihnachtsabend. Richtig. Da sitzt die Familie groß beisammen, versammelt sich um den Tisch und was gibt’s auf den Letzteren? Zwei Dosen Meica-Knackwurst. Ich muss sagen: Weihnachtsfeeling pur! Da kam ich echt aus dem Lachen nicht mehr raus.

Seitdem ich mich zurückerinnern kann, gab es bei uns immer etwas Festliches auf den Tisch. Nur eine Ausnahme, Miracoli, gab es mal als das bestellte Fleisch schlecht war und alles andere ausverkauft. Aber das liegt bestimmt über 10 Jahre zurück. Weihnachten und ein festliches Essen gehört zusammen. Da die Familie auch im Mittelpunkt steht gibt es bei uns meistens etwas „aktiveres“ Essen, wie Fondue oder Raclette. Da bleibt mehr Zeit zur Interaktion und Kommunikation, der ganze Vorgang „Essen“ dauert länger und es verstärkt meinen Gedanken des „festlichen Rituals“. Und dann das. Knackwurst.

Leider ist Meica auch ein wirklicher Social-Media-Fail, so dass es die besagte Werbung weder auf YouTube, noch auf deren eigener Website zu begutachten gibt. Da kann ich nur auf die Alternativversion einer bereits bekannten Version verweisen:

Wie sieht’s bei Euch aus an Weihnachten? Festlicher Braten, aktives Fondue oder doch leiber die Großdeutschländer Knackwurst von Meica?

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Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

11 Kommentare

  1. Lukas sagt

    Nunja, in einigen Familien/Regionen ist es Tradition an Heiligabend Würstchen mit Kartoffelsalat zu essen.
    Also ist es vielleicht gar nicht so dumm, seine Bockwürstchen mit Weihnachtsstimmung zu bewerben.

    • Selbst wenn dem so wäre, was ich bislang nur für ein wohlbekanntes Gerücht halte, dann würde man doch keine Wurst aus der Dose nehmen? Sondern schön vom Metzger. Dosenwurst und Packungssalat – mhmm. Da freut man sich doch aufs Fest.

  2. Ich habe auch schon oft von diesem Brauch gehört, auch wenn es in unserer Familie anders gehalten wird.

    Ich denke, das hat verschiedene Gründe:
    – der Heilige Abend ist kein offizieller Feiertag -> http://de.wikipedia.org/wiki/Heiliger_Abend
    – das festliche Essen ist den beiden Weihnachtstagen vorbehalten
    – vielen ist es einfach zu aufwändig neben dem Schmücken des Baumes, dem Verpacken der Geschenke etc. auch noch üppig zu kochen und zu essen
    – vielleicht ehrt man mit einem „Arme Leute“-Essen auch die heilige aber eben arme Familie

    Diese Tradition ist jedenfalls sogar einer Erwähnung in der WP würdig:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsbrauch_im_deutschen_Sprachraum#Weihnachten

    Du hast vielleicht recht, dass es dann nicht unbedingt Dosenwürstchen sein müssen, aber denk auch dran, dass es auch in Deutschland genug Menschen, speziell Familien, gibt, die es sich zweimal überlegen müssen, ob sie sich neben den Geschenken für die Kinder noch üppiges Essen an drei aufeinander folgenden Tagen oder eben Markenprodukte leisten können.
    Vielleicht sind tausende Kinder froh, zur Feier des Tages mal Meica-Würstchen statt der üblichen „No Name“-Produkte zu bekommen.

    Und vergleichsweise sind die Produkte von Meica in ihrem Segment ja nicht sooo schlecht. Die „Deutschländer“ haben von Öko-Test immerhin ein „Sehr gut“ bekommen.

    Ich selbst bin allerdings eher ein Fan von „Metten“-Würstchen (wenn es keine direkt vom Fleischer sind) aus dem sauerländischen Finnentrop, die übrigens auch mit diesem Weihnachtsbrauch werben:
    http://www.metten.net/presse/aktuelles.html

    Ich finde Dein Statement ein wenig kurz gedacht bis überheblich.

    • So ganz überzeugt mich deine Argumentation nicht.
      Wenn es irgendwo ein Brauch ist, soll man es gerne so tun – genau wie Du kenne ich es anders.

      Aber gerade wenn hier Geld eine Rolle spielt, sind frische Erzeugnisse von einem Metzger und etwas Handarbeit günstiger als überteuerte Gammeldosenwurst und Packungssalat.
      Genau wie bei Dir, ist der Brauch bei uns etwas anders. Allerdings vier Tage hintereinander festlich essen ist mir etwas too much. Ausserdem ist doch meist so viel eingeplant, dass man zumindestens einen Tag überbrücken kann.

      Ausserdem stelle ich die steile These auf, dass ein wesentlich besseres Essen nicht unbedingt teurer sein muss. Du denkst wahrscheinlich nur an Braten, Filet & Co.. Festlich heisst hier vielmehr für mich, mich mehr mit der Familie auseinanderzusetzen. Entweder über „aktive Essensformen“ (z.B. Raclette, dass auch nicht aufwendig in der Vorbereitung ist) oder über das gemeinsame Beschäftigen mit dem Essen. Das habe ich aber auch oben geschrieben, wenn Du richtig gelesen hast.
      Dose und Packung auf, passt deshalb doppelt nicht – es zerstört den Charakter des Fests und steht in keinem Preisverhältnis.

      • Ich stimme Dir ja grundsätzlich zu.

        Du beschreibst aber dennoch eine ideale Welt.

        Schau Dich doch mal im richtigen Leben um.

        Wieviel Kinderarmut gibt es*?
        Wieviele Kinder werden mehr oder weniger vorsätzlich vernachlässigt*?
        Die sind vielleicht froh, überhaupt mal gemeinsam mit der ganzen Familie zu essen, und seien es auch nur Dosenwürstchen.
        Ich bin sicher, für viele WÄRE das schon ein Fest, so traurig das auch sein mag.

        Wieviele Familien müssen wirklich jeden Cent umdrehen*? Für die sind die Feiertage (inkl. Silvester und Neujahr), wie wir sie mit all ihrem Genuss (und Überfluss) kennen, einfach unbezahlbar.

        Und was die Qualität bzw. das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht (um bei dem Beispiel Bockwurst zu bleiben):
        Ich weiß nicht, wo Du einkaufst, aber ich wüsste keinen Fleischer, bei dem ich 6-8 frische Würstchen zum Preis einer entsprechenden Dose bekäme.

        Du hast völlig recht, dass es Missstände bei der Ernährung und im familiären Umgang miteinander gibt, aber die machen sich sicher nicht darin fest, dass evtl. am Heiligabend, vielleicht, um eine Tradition zu wahren, vielleicht aber auch nur aus Bequemlichkeit, Würstchen gleich welcher Herkunft aufgetischt werden.

        Das Fest hängt ja schließlich auch noch von einer Menge anderer Faktoren ab.
        Vielleicht nehmen sich die „Würstchen“-Eltern die beim Kochen gesparte Zeit, um mit ihren Kindern unter dem Weihnachtsbaum zu spielen oder was auch immer.

        Doch, ich habe genau gelesen.
        Sicher „macht“ Meica nicht unbedingt die Weihnacht.
        Andererseits „zerstört“ sie auch genauso wenig zwangsläufig das Fest.
        Denn das, und da gebe ich Dir wieder recht, macht ggf. nur der (familiäre) Umgang miteinander. Aber der hängt von ganz anderen Dingen ab.

        * Tendenz steigend

        • Oho! Du schießt da mit Kanonen auf Spatzen. Das hier ist ein einfaches Kochblog. Ich denke es ist durchaus legitim, sich in einer künstlichen Weihnachtszeit, die vor Dekadenz nur so trieft, sich auch über eine ebenso künstliche Werbung lustig zu machen, die Dosenwürstchen zum Nonplusultra des Weihnachtsessens erhebt.

          Nicht mehr und nicht weniger. Im Spot siehst Du auch nur eine wohlig reiche Familie der Oberschicht, die dann völlig unpassend einfach die Büchse aufmacht.

          Und ehrlich gesagt: Ich habe nicht vor auf dieser Plattform die Probleme der Gesellschaft zu erörtern. Denn eigentlich müssten wir alle woanders sein und uns mehr engagieren, als vor unseren Computern zu sitzen und über Würstchen zu diskutieren.

  3. p.s. Viele müssen schließlich am Heiligen Abend auch noch bis zur letzten Minute arbeiten und haben schlicht keine Zeit für langwierige Kocherei.

    p.p.s. Ich arbeite weder für Meica noch für Metten. ;-)

    p.p.p.s. Ich selbst bin nicht mal Christ, genieße aber dennoch seit 44 Jahren ausnahmslos die Feiertage mit meiner Familie, in der sich die Essenstradition an Heiligabend schon mehrmals gewandelt hat:
    – Einige Jahre gab es Fondue.
    – Dann einige Zeit Fischvariationen, da mein Vater tags zuvor mit einem Geschäftsfreund nach Bremerhaven gefahren ist und verschiedenen frischen und geräucherten Fisch eingekauft hat.
    – In den letzten Jahren gab es kein festgelegtes Menue. Da hat die Familie vorher gemeinsam abgestimmt und häufig jeder etwas dazu beigetragen.

    Ich hätte allerdings auch nichts gegen Bockwürste (Fleischerqualität) und hausgemachten Kartoffelsalat einzuwenden. Nur nicht unbedingt jedes Jahr.

    ;-)

    • Wie Du schreibst: Es gibt genügend unaufwendige und auch kostengünstige Alternativen zur Weihnachtsdose.
      Und wenn es Brauch ist, dann aber bitte anständig ;-)

  4. Mann Mann Mann! Das wird ja richtig politisch hier…mal abgesehen davon, dass ich Ben rechtgeben muss, dass es an Weihnachten doch darum geht Essen gemeinsam mit der Familie zu zelebrieren und man deshalb auch für wenig Geld ein bisschen mehr als Dosenbockwurst hervorzaubern kann, kenne ich auch viele Leute die Wurst und Kartoffelsalat an Heiligabend essen. Jedem seine Tradition.

    Bei uns wird zum Beispiel traditionell Fisch gegessen. Eine Tradition, die es auch schon seit ewigkeiten gibt. So wird zum Beispiel in Polen traditionell ein Weihnachtskarpfen gegessen. Der schwimmt dann froh und munter mehrere Tage in der häuslichen Badewanne, damit er nicht mehr so „schlammig“ schmeckt und wird an Heiligabend verzehrt!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtskarpfen

    http://www.gutekueche.de/rezepte/454/gefuellter-weihnachtskarpfen.html

    Ick freu mir auf jeden Fall auf den Fisch am 24. und jeder isst sein oder ihr Weihnachtsessen so wie es im gefällt…über diese Werbung kann man sich dennoch köstlich amüsieren!

  5. Pierre sur Mer sagt

    Die Werbung von Meica ist einfach generell peinlich.Punkt.An Heiligabend ist bei uns immer Familientreffen und da kochen alle 12 oder 14 Personen alles zusammen bzw. jeder das was er am besten kann….da kommen manchmal sehr lustige Dinge bei raus.

  6. Natürlich geht Weihnachten aus der Dose gar nicht. Wobei ich schon von Familien gehört habe, die angeblich regelmäßig Hundefutter fressen. Extreme Sozialfälle wohl. Nunja, Ralf hat auf jeden Fall in einem Punkt Recht, was ich als Sauerläner sicher bestätigen kann: Würstchen aus Finnentrop müssen exzellent sein, egal ob aus der Dose oder frisch ;)

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