Getestet
Kommentare 21

Alfredo – Der rote Pizzaofen

Nachdem ich meinen Unmut über die Düsseldorfer Pizza-Taxen und gleichzeitig meine Fertig-Teig-Version kund tat, habe ich ja ordentlich Dresche in den Kommentaren bezogen. Gar nicht zu unrecht, wie ich mittlerweile festgestellt habe.

Auf der angekündigten Suche nach einem Stein für den Backofen bin ich relativ schnell auf diverse Foren gestoßen, in denen die gleiche Frage schon gestellt worden ist. Die Meinung war in den meisten Fällen, dass sich ein Stein für einen Backofen (wie ihn auch scheinbar einige Hersteller wie AEG selbst produzieren) nicht lohnt: Ein normaler Backofen wird erstens nicht heiß genug und braucht zweitens viel zu lange zum Vorheizen – pure Zeit und Stromverschwendung. Desöfteren wurden Pizzöfen empfohlen, oft der rote „Alfredo“. Ich war skeptisch. Nach einem Abend in der dazugehörigen Chefkoch.de-Gruppe (und vielen positiven Berichten) entschloss ich mich, den roten Ofen eine Chance zu geben.

Die große Skepsis…

Die Entscheidung fiel einige Wochen vor meinem Geburtstag (der ist Anfang Dezember) und ich entschied mich schweren Herzens zu der Option: „Wünschen statt selbst kaufen“.  Der kleine Haken: Auch mein gesamtes Umfeld war dem Ofen so kritisch gegenüber eingestellt, dass der Alfredo erst an Weihnachten (als absolutes Not-Geschenk!) den Weg in meine Küche fand. „Das ist doch absoluter Schrott“, „der größte Müll“ und sogar „fast so eine Schnapsidee wie dein Hot-Dog-Maker“ (der in der Tat absoluter Schrott war) waren die harmlosesten Begründungen. Doch nun war er da. Der Alfredo.

„Er“ ist dabei der Alfredo 9016 (normaler Link zu Amazon) und damit die alte Version des Alfredo. Es gibt auch eine neuere Version, die zwar über ein Sichtfenster verfügt, aber schwächer heizt und deren Heizspiralen tiefer hängen. Die Alfredo-Community schwört deshalb auf die alte Version. Die wird in der Standardausführung mit einem Schamott-Stein, einer Pfanne und zwei Holzspachteln geliefert, hat drei Hitzestufen und leistet maximal ca. 470 Grad.

…und die große Überraschung

Der Moment der Wahrheit war nun endlich gekommen: Der Teig war geknetet, eine Tomatensoße gekocht, Zutaten eingekauft, zwei weitere Testpersonen (und Skeptiker!) vor Ort und der Alfredo vorgeheizt. Von den mitgelieferten Holzbrettchen fand die erste Pizza ihren Weg in den ca. 470 Grad heißen Ofen und nach knappen 4 Minuten war es soweit: Fertig. Der Teig war mir etwas zu dick geraten, aber die Probier-Pizza schmeckte wirklich gut. Also nochmal das Ganze, diesmal aber mit dünnerem Teig. Bam! Der Teig hatte Blasen geworfen, war richtig dick und der Alfredo auch endlich heiß genug. Diese Pizza war tatsächlich ein absoluter Knaller. Um kurz nach 23 Uhr und insgesamt wohl 12 (!) weiteren (aber kleinen) Pizzen hatte der Alfredo die Probe bestanden.

Zwei Wochen später

Seit knappen zwei Wochen steht der Alfredo in unserer Küche. Drei längere „Pizza-Partys“ (inklusive dem Test) haben wir hinter uns, zwei der größten Skeptiker haben danach den Alfredo ebenfalls bestellt. Kann es eine bessere Anerkennung geben? Der Schamott-Stein des Ofens sieht zwar nicht mehr wirklich schön aus, aber die schwarzen kleineren Verfärbungen waren mir im Vorfeld bekannt – aber wen sollte es stören, solange es so verdammt gut schmeckt?

Die Investition (bzw. das Geschenk) hat sich absolut bezahlt gemacht und ich kann das Gerät nur wärmstens weiterempfehlen. Die mitgelieferte Pfanne (für Pfannenpizza oder z.B. Gambas) haben wir noch nicht ausprobiert, das folgt aber. Die größte Herausforderung besteht jetzt eher darin, attraktive Pizza-Variationen zu finden. Aus diesem Grund habe ich hier eine entsprechende Kategorie „Pizza“ und auch „Aus dem Alfredo“ angelegt, in der ich über den Workflow mit dem Alfredo, über Pizza-Variationen und auch alternative Gerichte aus dem Alfredo schreiben werde. Eventuell mitbloggende Skeptiker sind auf diesem Wege herzlich eingeladen, eine „Topf & Löffel“-Pizzaparty zu feiern und sich bekehren zu lassen ;)

Kategorie: Getestet

von

Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

21 Kommentare

            • Pingback: Selbstgemachte Pizza – Die schnelle Variante › Topf und Löffel

            Schreibe einen Kommentar

            Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.