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Angetestet: Jamie startet mediterrane Produktreihe

Jamie Oliver ist echt ein Selbstvermarktungskünstler. Kochshows in den verschiedensten Formaten, Bücher über Bücher, Unmengen an Küchenzubehör und nicht zu wenig Lebensmittel. Ganz neu im Sortiment ist eine Mediterrane Produktreihe: Nudeln, Pesto, Saucen,Öl, Oliven, Balsamico.

Jamie Oliver Pasta & Pesto

Ich muss zugeben, ein Jamie-Fan zu sein. Ich besitze fast jedes Buch, auch etwas Zubehör (die Pfannen sind echt top!) und finde den Kerl einfach sympathisch, nicht erst seitdem ich ihn auf Twitter entdeckt habe. Mein Ziel ist es ja auch, einmal in einem seiner Restaurants zu essen – aber leider komme ich selten nach London und zweitens sind die auf Monate ausgebucht. Kurzum: Die Latte hängt schon mal hoch, wenn Jamie jetzt mit Pesto und Pastasaucen um die Ecke kommt. Immerhin war er ja auch einige Zeit in Italien unterwegs und hat sich mehrfach als Fan der Italo-Küche geoutet.

Drei Produkte im Test

Für einen ersten Test habe ich mir die Italian Penne, die Rote Zwiebeln und Rosmarin Sauce und das Rucola-Zitronen-Pesto bestellt.

Grundsätzliches zu den Produkten

Die ganze Produktreihe wird in Italien, von lokalen Familienunternehmen produziert. Man findet in der Zutatenliste keine Es, Geschmacksverstärker oder sonst was – sondern nur gute Zutaten. Dementsprechend auf den Putz haut die Produktbeschreibung:

Jamie Olivers mediterrane Produkte sind allesamt aus qualitativ hochwertigsten Rohstoffen, die direkt in Italien zu authentischen Zutaten für die einfache aber köstliche Küche verarbeitet werden. Ganz nach Jamies Prinzip lovely food made easy können Sie mit seinem Sortiment verschiedenste Gerichte schnell zaubern und kreieren. Die fantastischen Geschmäcker bieten Inspiration für eine schnelle Pasta zwischendurch ebenso wie für ausgedehnte italienische Menüs mit Freunden und Familie. Von Pesto über Nudeln und Saucen bis zu Olivenölen, Antipasti und Bruscetta-Aufstrichen: hier steckt der Geschmack von Urlaub, sonnengereiftem Gemüse und Italien drin!

Da alle Produkte auch nicht ganz billig sind, hängt die Latte wirklich hoch. Aber das wollte Jamie ja so.

Jamie Oliver Pasta & Pesto

Test 1: Die Pasta

Die Pasta wird durch Bronzewalzen gepresst, was durchaus als Qualitätsmerkmal zu werten ist. Im Gegensatz zur billigen Nudelsorte glänzt die Pasta nicht, sondern man sieht deutlich die aufgeraute Oberfläche an der die Soße gut haften bleibt.

Ich finde generell, dass man gute Pasta rauschmeckt. Der Biss ist ein völlig anderer, wenn man Pasta von Lensi oder Martelli isst. Die sind wirklich ihr Geld wert. Aber die Penne von Jamie – da schmecke, bzw. beiße ich nix. Völlig normal, die sind einfach da. Kein „BOOM“ und nix. Sicherlich sind sie besser als normale Pasta, alleine schon dadurch dass die Soße besser haften bleibt. Aber ganz ehrlich: Barfuß oder Ballettschuh. Entweder nehme ich günstige Pasta für 40 Cent oder ich lege halt noch mal unwesentlich mehr drauf und entscheide mich für die wesentlich besseren Lensi oder direkt Martelli.

Test 2: Das Pesto

„Rucola, Zitrone und Parmesan“ steht groß auf dem Etikett. Die Zutatenliste beschert mir schon einen Schreck:

Rucola (28%), Sonnenblumenöl, Olivenöl, Haselnüsse, Natives Olivenöl extra, Petersilie, Wasser, Parmesankäse (4%), Zitronensaft (4%), Grana Padano Käse, Cashewnüsse, Pecorina Käse, Weinessig, Knoblauch, Salz, schwarzer Pfeffer.

Sowohl beim Öl, als auch bei den Nüssen und dem Käse wird nicht durchgehend auf gute Zutaten gesetzt, sondern billige Auffüll-Zutaten genutzt (Sonnenblumenöl, Erdnüsse, Gran Padano) – große Enttäuschung. Die Konsistenz ist dann auch genau wie das üblich bekannte Zeugs von Bertolli oder Aldi. Na gut, wenn wenigstens der Geschmack stimmt? Aber auch hier: Fehlanzeige. Eine ganz komische Mischung aus Erdnüssen, Säure und zu fettig. Ein großer Reinfall.

An dem Urteil ist auch wenig zu drehen, über den Düsseldorfer Italo-Feinkosthändler Lettinis habe ich Euch ja schon berichtet. Da kriegt man für 3,50 wirklich gutes Pesto – und das besteht aus maximal 4 oder 5 Zutaten, hat eine richtige Struktur, leuchtende Farben und schmeckt einfach fantastisch. Es geht also – aber nicht bei Jamie.

Test 3: Die Pastasauce

Man sollte es kaum glauben, aber die Tomatensoße kommt mit weniger Zutaten als das Pesto aus. Im wesentlichen besteht sie nämlich wirklich aus dem, was drauf steht (Rote Zwiebeln und Rosmarin), dazu etwas Salz, Pfeffer, Möhren und Chili. Die Konsistenz gefällt mir ausgesprochen gut, richtig soßig und nicht in der Art eines gewürzten Tomatensafts. Geschmacklich bin ich völlig überrascht: Der Geschmack vom frischen Rosmarin ist merkbar da, danach macht sich eine leichte Schärfe breit. Die Soße ist gut gewürzt – gefällt mir gut, auch wenn es mich nicht aus der Kochschürze haut. Doch noch ein Lichtblick.

Fazit

Was soll ich von den Produkten also halten? Einmal „Geht so“, einmal ein „Flop“ und einmal „wirklich lecker“. Insgesamt bleiben die Produkte stark hinter den Erwartungen zurück. Verkaufen werden sie sich wahrscheinlich trotzdem wie Hulle – Jamie eben. Ich bleib da lieber bei anderen Pastasorten und selbst gemachtem Pesto. Die Sauce kann man mal im Hinterkopf behalten, wenns schnell gehen soll.

Kategorie: Getestet

von

Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

5 Kommentare

    • Ich finde Bertolli als Marke insgesamt etwas fragwürdig. Die machen immer so einen auf Italo-Authentisch, aber deren Pesto ist voller billiger Zutaten – die guten haben nur die Mindestmenge, damit se damit schön Marketing machen müssen. Da würde ich eher zu dem Olivenöl von De Cecco greifen, das hat auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis (glaube das rote Olivenöl kostet knapp 9 Euro für 1 Liter).

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  3. Spannend ist, dass bei einem verhältnismäßig hochpreisigen Produkt wie Pestos so sehr geschummelt wird. Aber wie immer antwortet hier der Verbraucher: Great advertising makes bad products die faster. Ich kaufe kein Pesto, sondern mache das einfach selbst. Der Aufwand ist etwa so hoch wie Zürcher Geschnetzeltes zusammenwurschteln. Wo bei Pesto der Mythos eines Spezialprodukts herrührt, ist mir onehin schleierhaft.

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