Restaurants in Düsseldorf
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Dr. Thompson’s – Fleisch aus der Seifenfabrik

Der neuste Düsseldorfer Geheimtipp liegt in den alten Schwanenhöfen: Dr. Thompon’s. Hier kocht aber nicht der Doktor, der Name erinnert vielmehr an die Historie des Geländes: Bis 2005 saß hier noch Henkel, die 1933 die Fabrik „Dr. Thompson’s Seifenpulver“ übernommen hatten. Das ehemaligen Kraftwerk der Thompson-Siegel Werke beherbergt nun das Restaurant: 600 m² mit 15 Metern Deckenhöhe – Restaurant, Bar und Club in einem Raum. Der Restaurantbereich bietet Platz für ca. 150 Gäste – zu Messezeiten dürfen es auch 200 sein. Das ist mal ne Zahl!

Eine beeindruckende Location ist es auf jeden Fall. Ich liebe ja diesen Vintage-Maschinen-Flair, total hipp und angesagt. Und das will das Dr. Thompson’s natürlich auch sein. Die Kellner erinnern dann auch etwas an Abercrombie & Fitch – Models mit Tabletts, die die Bestellungen in ihre Touchpad-Blöcke tippern. Das man hier in Düsseldorf ist, merkt man einfach sofort. Und das scheint sich rumgesprochen zu haben: Auch wenn die Eröffnung erst im Dezember 2011 war – reservieren solltet ihr vorher auf jeden Fall. Trotz der Größe ist der Laden bestens besucht.

Ob das unbedingt am Essen liegt? Im Wesentlichen gibt es hier Steak und Pizza. Aber natürlich nicht irgendwie. Die Mafiatorte kommt aus dem riesigen Holzofen, der auch im Gastraum für ordentlich Atmosphäre sorgt. Aber eigentlich besucht man das Dr. Thompsons um seine Fleischgelüste zu besänftigen: Chuleton de Buey – T-Bone vom Jungbullen. Zubereiten darf man das selbst – denn die Bestellung kommt mit gusseisernem Kohlegrill. Das Essen als Event und so – genau mein Ding. Billig ist die ganze Sache aber nicht: 22 Euro pro Person und man muss mindestens zu zweit sein. Beilagen darf man separat wählen (und natürlich auch zahlen). Gegrilltes Gemüse, Rosmarinkartoffeln oder Patatas fritas. Auch die Soßen müssen einzelnen geordert werden: Selbstgemachte BBQ-Sauce, Grünes Pesto, Primenta Verde.

Vorab: Die Fleischportion ist riesig. Alter falter. Da bekommt man tatsächlich was fürs Geld. Denn die Qualität ist über jeden Zweifel erhaben. Absolut vorzüglich. Da war es auch gut, dass wir vorab auf eine Vorspeise verzichtet haben, die der Vollständigkeit halber überwiegend aus Antipasti bestehen. Das Fleisch kommt bereits zugeschnitten an den Tisch – von außen bereits leicht angebraten. Hervorragend! Auch die hauseigene BBQ-Sauce ist ein Träumchen. Die Konsistenz ist zwar mehr in Richtung Chutney, der Geschmack gar nicht rauchig sondern eher süß-sauer – aber sowas von lecker! Dafür stinkt das Pesto ordentlich ab – viel zu ölig und kompakt. Die Primenta Verde geht so, aber wirklich umhauen tut sie einen nicht. Das trifft auch auf die Beilagen zu: Die Verduras (Mediterranes Röstgemüse) kann man mit dem Fleur du Sel – Salz ist natürlich nicht genug – noch halbwegs zu Geschmack verhelfen. Die Rosmarinkartoffeln sind aber einfach unwürdig. Laff, ungeröstet, matschig. Und am Schlimmsten: Von frischem Rosmarin fehlt jede Spur.

Dafür ist der Wein – wir trinken Riesling – gut und süffig. Und das muss er auch sein, denn unser kleines Kohlekraftwerk produziert eine ganz schöne Hitze. Über jeden Zweifel ist auch der Hipster-Service erhaben. Schnell, sympathisch und absolut zuvorkommend. Selbst unser erstes Missgeschick – statt Weißwein kommt Rotwein – wird ohne Murren korrigiert. Nachdem Essen geht aber dann eigentlich die Party erst richtig los – zumindest am Wochenende. Eine Bühne bietet Platz für eine Liveband und die Tanzfläche liegt passender weise direkt zwischen Loungebereich und Cocktailbar.

Fazit: Die Location ist ne Wucht. Die Fleischqualität grandios, der Tischgrill ein absolutes Erlebnis. Die Beilagen schwanken in ihrer Qualität – was wir jetzt mal einfach unter Anlaufschwierigkeiten verbuchen. Man merkt auf jeden Fall, dass man in Düsseldorf unterwegs ist. Und was kann es schöneres geben?

 

Kategorie: Restaurants in Düsseldorf

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Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

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