Restaurants in Düsseldorf
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La Baracca – Italienisch per Touchpad

Mit Vapiano ist den Gründern wohl ein Glücksgriff gelungen: Ganz gutes Essen zu leicht erhöhten Preisen und den Kunden lässt man auch selbst arbeiten – das muss man erstmal schaffen. Eine wahre Goldgrube. Das soll jetzt auch La Baracca werden, die neue Kette von einem der Vapiano-Gründer. Die Idee dahinter: Man wird bedient, ordert sein Essen aber per Touchpad. Natürlich gibt’s wieder italienisch, aber diesmal etwas gehobener. Sowieso ist La Baracca nicht so sehr auf Fast-Food und Hektik ausgelegt wie Vapiano, sondern gleicht mehr einem normalen Restaurant. Die erste Filiale öffnete in München – die zweite vor kurzem in Düsseldorf.

Beim Betreten werden unweigerlich Erinnerungen an’s Vapiano wach: Denn auch im La Baracca bekommt man eine Chipkarte, auf der die Speisen und Getränke gebucht werden. Danach hat es sich aber schon etwas mit der Ähnlichkeit, denn die Inneneinrichtung ist wirklich sehr gelungen. Am Eingangsbereich macht sich die lange Weinbar sehr gut, mitten im Raum steht eine kleine verglaste Antipasti-Küche mit tresen für ein paar Plätze. Das Ambiente ist wirklich edel, modern, mediterran und freundlich zugleich.

Der Clou ist unbenommen aber die Bestellung via Touchpad. In der Mitte des Tisches stehen für jeden Platz ein monströses Pad bereit, auf dem man die Bestellungen abschickt. Eine digitale Speisekarte – per Klick auf den Infoknopf gibt’s noch ein nettes Foto und ein paar Daten zum Gericht – so der Plan. Tatsächlich waren aber nur wenige der Speisen mit zusätzlichen Infos angereichert (ein Foto hatten aber alle).

Sowieso: Die Technik scheint nicht gerade marktreif. Die Klötze sind ungefähr dreimal so dick wie mein iPad2 und dazu auch gut 1 1/2 so hoch. Das nicht entspiegelte Glas macht das Lesen teilweise sehr schwierig. Ausserdem entwickeln sie eine so enorme Hitze, dass man spätestens nach einer halben Stunde das Gefühl hat vor einer Batterie Heizklötzen zu sitzen. Darauf könnte man problemlos ein Steak braten. Die Temperaturen führen auch dazu, dass drei der sieben benutzten Geräte am Tisch schon am Anfang des Abends nicht funktionieren oder im weiteren Verlauf den Geist aufgeben. Der Service kann daran auch nichts ändern und empfiehlt einfach mal einen Neustart. Da sieht man dann, dass unter der Haube Windows 7 Ultimate (!!) läuft und wer aus Versehen beim Laden von Windows auf das Display patscht, dem steht das ganze System offen. Systemeinstellungen, Schach, Solitär. Das Netzwerk verfügt zwar über keinen Internetzugang, aber mit dem personal Hotspot des iPhones ist auch das kein Problem und ich frage mich, was böswillige Menschen mit diesem offenen System für ein Schindluder treiben könnten. Wenn aber der Touchklotz funktioniert, flutschen die Bestellungen ganz gut – manchmal sogar zu gut. Einmal bucht das System eine Bestellung doppelt, einmal irgendein Produkt einfach dazu. Daran scheint man aber gewöhnt, denn der Service storniert umgehend und ohne große Aufregung.

Wir sind aber zum Essen da und nicht um den Hobby-Admin rauszukehren. Also wird fleißig bestellt. Die Portionen sind bewusst kleiner gehalten – man soll öfter  bestellen, das starre Gebilde aus Vorspeise – Hauptspeise – Dessert ist hier aufgebrochen. Das finde ich sehr toll, zumal wirklich viele nette Sachen auf der Karte stehen: Antipasti, Pasta, Risotto, Pizza, Fleisch, Fisch, Salate, Suppen. Da wir den Geburtstag der Clutchtante Marleen feiern, sind wir mit 7 Personen gut bestückt und bestellen queer durch die Bank.

Die Antipasti sind ganz ok, der Salat halt Salat, das Thunfisch-Tartar dafür sehr gut – für 5,50 Euro ist diese Winzigkeit aber nahe an der Frechheit, es sind wirklich nur zwei Bissen. Bei den Hauptgerichten gefallen besonders die gefüllten Torteloni mit Spinat und die Risotti. Die Pizza mit Spargel und Waldpilzen für ca. 8 Euro ist dagegen ein absoluter Reinfall – trocken, hart, laff und für den Preis vor allem: mickrig. Letzteres trifft auch auf das Rumpsteak zu, dass digital noch groß erscheint und immerhin mit 140g angegeben wird (Preis: 8,30 Euro). Das gelieferte Stück kommt dann schon sehr traurig klein daher – man betachte die Relation zur Cocktailtomate. Ob das wirklich 140g sind? Ich habe starke Zweifel, dafür ist der für 3,50 Euro dazu bestellte Spinat mit Knoblauch recht üppig. Das Fleisch selbst ist ok – mehr aber auch nicht. Nicht besonders gut gewürzt oder überragend zart. Insgesamt schmeckt alles irgendwie okay bis gut, wirklich umhauen tut einen gar nichts. Besondere Pfiffigkeit oder Qualität? Die Preise lassen zwar darauf schließen, aber leider ist dem nicht so.

Das wir uns noch in der Warmlauf-Phase befinden, merken wir nicht nur an den bereits oben beschriebenen Macken der Touchpads. Auch die angekündigte Weinbar hat einen Systemabsturz und steht an dem Abend nicht bereit: „Wir hoffen, dass sie morgen wieder funktionier“, sagt man uns. Zuversicht klingt anders. Als es gegen 19:30 Uhr voller wird, kommt auch der Service in massive Nöte. Ein Bier braucht da schon mal fast 40 Minuten, bevor es am Nachbartisch über die Gäste ergossen wird – der Ersatz ist dafür schneller da. Auch die Daiquiris brauchen fast eine Stunde, dafür gibt’s dann als Entschädigung ein Getränk gratis. Die Wartezeiten nehmen deutlich spürbar zu. Als die Reihen der Gäste sich lichten, läuft es dann auf jeden Fall wieder flüssiger. Wir verbuchen das mal unter „Eingewöhnungsphase“ anstatt unter „Unterbesetzt“. Aber auch die Lagerhaltung scheint noch nicht ganz da, denn nach zwei Flaschen Lugana ist der Wein nicht mehr zu ordern – sehr schade.

Als Fazit bleibt insgesamt mittelmäßiges Essen zu dafür überhöhten Preisen, ein nicht ganz reibungslos funktionierender Service und eine scheinbar nicht marktreife Technik. Kann man einmal als Event-Happening machen, aber wiederkommen? Eher nicht.

Kategorie: Restaurants in Düsseldorf

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Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

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