Pasta
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Rustikale Bolognese

Zu jedem Gericht gibt es eine Geschichte, die man irgendwo aufgeschnappt hat. Mein weiß nicht ob es stimmt, hört sich zumeist aber plausibel oder sogar witzig an und eine gute Geschichte zum Essen kann auch nicht schaden. So sollen z.B. Maultaschen im Ländle ja „Herrgotts Bescheisserle“ genannt werden, weil man in der Fastenzeit unbemerkt Fleisch genießen konnte.

Ich liebe ja Pasta. Sie ist so vielseitig und ich könnte tagelang verschiedene Nudelgerichte essen, ohne dass mir langweilig beim Essen würde. Deshalb ist auch meine Lieblingsgeschichte die der klassischen Bolognese. Bolognese war ursprünglich ein Gericht der armen Leute und wurde auch dementsprechend zubereitet – mit einfachen Zutaten. Hackfleisch, dass durch sterile Fleischwölfe gedreht wird gibt es auch noch nicht solange wie die ursprüngliche Bolognese. Das Original wurde also ohne Hackfleisch hergestellt, stattdessen hat man einfach übrig gebliebene Fleischstücke, die man nicht gut verarbeiten konnte, in einen großen Topf geschmissen und solange gekocht, bis das Fleisch zart war und vom Knochen abgefallen ist. Mehr also eine Art Ragout.

Das Rezept

Grundlage ist immer eine kräftige Tomatensoße. Zwiebeln (2), Möhren (2), Sellerie (1 Stück), Knoblauch (soviel man mag) und die fein gehackten Stengel frischen Basilikums (1 Bund) schwitzt man in einem großen Topf oder Bräter solange an, bis alles etwas Farbe bekommen hat. Danach gibt man drei Dosen gute italienische Eiertomaten hinzu, Lorbeerblätter, Nelken (lasse ich immer weg) und salzt und pfeffert alles etwas.

Jetzt kommt das Fleisch hinzu. Ich mache meine Bolognese selten mit Hackfleisch, sondern nehme gerne verschiedene Fleischsorten, z.B. die Hochrippe vom Rind. Wenn ich aber mal nicht zum Metzger komme und am Wochenende unbedingt Bolognese haben will, nehme ich auch gerne (auch Schleichwerbung) zwei Pakete vom BioBio-Gulasch, dass man bei Plus bekommt. Alles grob zerkleinern und ab in den Topf und Flüssigkeit auffüllen, z.B. eine Flasche Weisswein.

Jetzt braucht man vor allem Eines: Zeit und Geduld. Auf niedriger bis mittlerer Stufe muss das ganze leicht dahinköcheln, egal ob auf dem Herd oder im Backofen (dann wird es so schön cremig, finde ich). Dabei immer wieder die Soße kontrollieren und bei Bedarf Flüssigkeit nachgeben. Je nachdem welches Fleisch ihr genommen habt, braucht das ganze schon mal fünf Stunden oder mehr. Am Ende müsst ihr das Fleisch mit der Gabel zerteilen (und ggf. vom Knochen abziehen) können, so dass ihr ein wunderbares Ragout habt. Mit frischen Basilikum, Salz, Pfeffer, nativem Olivenöl abschmecken, etwas frischen Parmigiano-Reggiano unterheben. Die gekochten Nudeln (Spaghetti, Linguine oder Malfadine) dazugeben und alles schön vermengen.

Ich stelle gerne den ganzen Bräter auf den Tisch, zusammen mit einem schönen Stück Parmesan, dem Hobel und einer Flasche gutem Olivenöl. Dann kann sich jeder nach Herzenslust bedienen und es schindet schon etwas Eindruck ;)

Kategorie: Pasta

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Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

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