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Warum ich Vegetarier geworden bin

Vor rund einem Jahr bin ich Vegetarier geworden. Von einem auf den anderen Tag. Das war ganz einfach und eine gute Entscheidung. Warum ich Vegetarier geworden bin? Lest hier meine Gründe.

Bevor ich hier meine Gründe hier rausballer: Don’t feel offended. Ich will hier niemanden bekehren. Falls das passiert: Cool. Weil besser ist das. Wenn nicht: Auch nicht schlimm. Ist eine persönliche Sache, ich habe auch etwas Zeit (35 Jahre) dafür gebraucht.

Grund 1: (Zuviel) Fleisch ist ungesund

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind 300 bis maximal 600 Gramm Fleisch pro Woche ok. Pro. Woche. Das sind 7 Tage. Also weniger als 100g pro Tag. Einmal ein Steak reingezimmert, war’s das im Grunde für die Woche. Natürlich ist Fleisch nicht gleich Fleisch, ein Stück mageres Hühnchen ist sicherlich gesünder als eine Fettschwarte. Insgesamt essen wir aber viel zu viel. Wurst auf dem Frühstücksbrötchen, Fleisch in der Nudelsoße oder auf dem Salat, eine Bifi Zwischendurch und Abends noch eine schnelle Knackwurst.

Grund 2: Fleisch ist schlecht fürs Klima

Fleisch ist eine Klima- und Umweltkatastrophe. Es verbraucht viel Land, viele Ressourcen. Der WWF sagt:

„Nahezu 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen.“

WWF – Fleisch frisst Land

Rind ist dabei ganz oben an der Spitze und besonders klimaschädlich. Ein Kilo Rind erzeugt zwölf Kilo Co2 Äquivalent.

Und nicht erst seit Greta Thunberg wissen wir: Wir steuern auf einen Klimakollaps zu. Wir müssen den Klimawandel jetzt aufhalten, bevor es zu spät ist. Ist ein Punkt überschritten, wird es sehr schwierig, die massiven Auswirkungen rückgängig zu machen – und sehr kostspielig.

Grund 3: Das Tierwohl

Ich sag mal so: Tönnies. Wer sich noch nie gefragt hat, wie man ein Kilo Hähnchen im Discounter für unter 3 Euro kaufen kann und was das mit den Tieren (und den Menschen, die sie verarbeiten) macht, sollte es jetzt wissen. Die Tiere werden unter unmöglichen Bedingungen gehalten, viel zu eng, haben keinen Auslauf, werden mit industriellem Mastfutter vollgestopft. Die Löhne bei den Arbeitern werden gedrückt, ausgelagert, ignoriert. Arbeitsschutz nada, Hygiene auch. Wer billiges Fleisch ist, unterstützt dieses System.

Der wahre Grund: Meine mangelnde Disziplin (aka die Biofleisch-Lebenslüge)

All die Gründe waren mir seit Jahren bewusst und bekannt. Meine Antwort darauf: „Ich esse ja nur wenig Fleisch und wenn dann nur Bioqualität. Aber nicht „Bio“, sondern richtiges Bio, Demeter und Naturland“.

Hahahahahaha.

Am Arsch die Räuber. Geiler Anspruch, habe ich auch ernstgemeint. Habe ich ihn jemals eingelöst? Nö. Natürlich bin ich regelmäßig zum Bio-Metzger gegangen. Aber häufig auch nicht. Pizza mit vier verschiedenen Schinkensorten? Geil! Beim Bäcker ein Leberkäse-Brötchen mit Spiegelei? Rein ins Gewebe! Es hat einfach nicht geklappt, weil ich nicht genügend Disziplin hatte.

Der Auslöser: Ein Wochenende im Sommer

Nach einem Wochenende im Sommer 2019 war es dann so weit. Ich war sehr unzufrieden mit mir. Gerade erst hatte ich mir an beiden Tagen nutzloses Fleisch (Teilweise mit dem roten Punkt – Haltungspunkt von Aldi) einverleibt. Es war trocken, es war verbrannt. Es war eine schlechte Qualität. Und trotzdem habe ich mir Samstag und Sonntag jeweils einen ganzen Teller davon reingezogen, obwohl ich dabei darüber nachgedacht habe. Immer weiter, Gabel für Gabel.

Dann habe ich entschieden: So geht das nicht mehr weiter. Und seitdem esse ich kein Fleisch mehr.

Was ich in einem Vegetarier-Sein gelernt habe

Das klappt seitdem sehr gut und ist gar kein Problem. Für mich war es die absolut richtige Entscheidung komplett Vegetarier zu werden, weil ich es nur so schaffen konnte.

Dass es mir an nichts fehlt, das wusste ich schon vorher. Meine Frau ist seit Jahren Vegetarierin, wir haben genügend vegetarische Kochbücher und ich würde keinen Foodblog betreiben, wenn ich nur „Fleisch mit Beilage“ kochen und denken könnte. Vegetarisches Essen steht dem mit Fleisch in Nichts nach. Im Gegenteil. Man beschäftigt sich mehr mit einzelnen Zutaten, verschiedenen Gemüsen, mehr Abwechslung. Ich glaube (Alltags-)Vegetarier sind die besseren (Alltags-)Köche.

Was ich aber wirklich gelernt habe: Wo überall trotzdem noch Fleisch drin ist. In Weingummis (vor allem von Haribo, Katjes ist da sehr viel weiter) bis Gouda (tierische Lab) oder Käsecremes (Fleischbrühe? Wtf?). Dran sieht man auch ganz gut, warum diese tierischen Produkte verwendet werden: Weil es super billig ist. Niemand braucht das Zeug darin. Aber die Rotze ist halt günstig und da sollten einfach mal die Alarmglocken klingen.

Das war meine Story dazu. Wie haltet ihr es? Überlegt ihr auch Vegetarier zu werden? Seid ihr es schon? Kommt ihr nicht vom Fleisch los? Last gerne einen Kommentar da.

Kategorie: Blog, Vegetarisch

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Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

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  1. Top Beitrag und viele gute Argumente. Ich selbst lebe auch schon seit vielen Jahren komplett vegetarisch und arbeite im Moment daran, mich auf eine vegane Ernährung umzustellen. Es gibt momentan noch ein paar Startschwierigkeiten, vor allem was Käse betrifft, aber Eier habe ich zum Beispiel schon komplett aus meinem Speiseplan verbannt!

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