Restaurants in Düsseldorf
Kommentare 4

Willkommen im Wilden Westen: Richie’n Rose

Unter den Herausforderern der seit Jahren etablierten Spaceburger, ist das Richie’n Rose – Burger No. 1 fast schon ein alter Hase – seit April 2013 werden hier Bürger mit Burgern versorgt. Die Lage ist dabei ein Glücksgriff: Ganz in der Nähe des Friedensplätzchens und der Lorettostraße – zentral und doch irgendwie idyllisch und ohne großen Straßenlärm. Über dem Eingang weist ein großes Geweih schon mal direkt den Weg: Willkommen im Wilden Westen, willkommen im Beef-Country.

Selbst ist der Gast

Das Auffälligste am Konzept: Selbstbedienung. Man stellt sich an der Kasse an, ordert seinen Burger nebst Beilagen, nimmt sich das kühle Nass aus dem Kühlschrank und lässt direkt die Dollarscheine am Tresen. Dazu gibt man – die Starbucks-Jünger unter Euch werden das kennen – seinen Namen an, der dann später ausgerufen wird. Statt Iced-Caffe-Soja-Venti-Double-Karamell-Latte gibt’s dann aber den Italian Buffalo, Big Brother oder natürlich klassische Varianten wie den Cheeseburger. Neben zwei fleischfreien Varianten – darunter eine ganz vegane Option –  stehen zudem der California-Spring-Roll, ein Wurst- und ein Düsseldorfer Burger gerade auf der Tafel. Da ist doch für jeden etwas dabei.

Dazu kann man die mittlerweile obligatorischen Süßkartoffelfritten bestellen, Home Fries (Kartoffelspalten mit Rosmarin), normale Pommes (die aber eher unspektakulär sind und mit den anderen beiden Varianten nicht im Ansatz mithalten können) oder Beilagensalate. Auch Soßen dürfen nicht fehlen: feuriger Ketchup oder Chili-Mayo gehören hier auch zum Repertoire. Bis es soweit ist und der eigene Name durch das stimmungsvoll eingerichtete Ladenlokal erhallt, geht es erstaunlich schnell. Nichts mit langen Wartezeiten oder so – Freitag Abends müssen wir gerade einmal 10 Minuten auf vier Burger warten. Hier sind offensichtlich die Usain Bolts der Burgerbrater am Werk.

Einen Nachteil hat aber die Selbstbedienung: Mal eben während dem Essen Getränke-Nachschub ordern fällt potenziell eher weg – auch wenn sich gerade einmal eine kürzere Schlange an der einzigen Kasse gebildet hat. Das Gemütliche Klönen und Tratschen nach einer guten Mahlzeit findet dann in einer der angrenzenden Bars statt, statt hier.

Burger Nummer Eins

Die entscheidende Frage: Stimmt trotz der Schnelligkeit die Qualität? Und wie! Die Patties sind auf den Punkt „medium“ und schön saftig. Die Buns herrlich fluffig und goldgelb glänzend. Hach, ein Burger wie aus dem Bilderbuch.

Und auch für Abwechslung am Gaumen ist gesorgt: Der „Big Brother“ kommt jungem Spinat und gehobeltem Parmesan daher, der Italian Buffalo mit Büffelmozarella, Tomaten und Rucola. Das beim Chickenburger keine ganze Hähnchenbrust gegrillt wird, sondern mehr als Geschnetzeltes auf den Burger kommt, ändert zwar nichts am guten Geschmack, macht aber die Nahrungsaufnahme leicht kompliziert.

Die Süßkartoffelfritten sind ein Traum, die Home Fries leider einen Tick zu roh. Der kleine Caesar-Beilagensalat kommt mit Parmesan und Pinienkernen daher – mundgerecht geschnitten und mit leckerem Dressing. Der feurige Ketchup hat wirklich eine schön scharfe Note und die Chili-Mayo verdient ihren Namen und hält ihre Konsistenz.

Fazit: Burger ole! #Aufschrei o weh!

Auch wenn Düsseldorf beim Fussball gerade in die zweite Liga abgestiegen ist, Burgertechnisch spielt man mit dem Richie’n Rose europäisch. Durch Qualität und Abwechslung sind Wiederbesuche garantiert. Nur zwei kleinere Abzüge gibt es in der B-Note: Durch den Self-Service wird der Besuch etwas hektisch und psychologisch ungemütlich. Das ist hier wirklich Fast-Food – dafür vertrödelt man keine unnötige Zeit. Zweitens: Angebote wie ein „Lady-Burger“ aus extra fettarmen Rinderfilet, der dann auch noch jeder unentschlossenen Dame als erstes angeboten werden muss – „auch wenn Du es nicht nötig hast“ (Originalzitat des Abends) – sind absolut überflüssig. Das ist Alltagssexismus, der auf der Speisekarte nichts zu suchen hat und den das Richie’n Rose auch nicht nötig hat.

Kategorie: Restaurants in Düsseldorf

von

Jahrgang 83 und hoffentlich schon lange genug dekantiert. Wohnt in Düsseldorf Flingern und ist seit Dezember 2016 Vater einer wunderbaren Tochter. Deshalb geht es in der Küche derzeit schnell und gesund zu. Naja, auf jeden Fall schnell.

4 Kommentare

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.